Nach einer zugegeben langen langen Winter/Frühlings/Sommerpause melden wir uns mit einem neuen Artikel auf diesem Blog zurück.
Seit längerem stand die Idee im Raum einen spannenden Kinothriller in eine inszenierte Fotostrecke umzusetzen. Als Basisvorlage diente hier der Film P2 – Schreie im Parkhaus. Wie schon im Trailer zu sehen, geht es im großen und ganzen um eine junge hübsche Frau die einsam, verlassen und vergessen in einem abgeriegelten Parkhaus Bekanntschaft mit dem bösen Buben macht.
Spitzen Idee dachten wir, so haben wir uns auch mit einem Model zusammengesetzt und die Idee zur Umsetzung näher ausgesponnen. Wichtigster Punkt für das geplante Shooting war Authentizität. Die Bilder sollten möglichst echt wirken, echte Location, ein überzeugendes strapaziertes Outfit, unterstreichende Accessoires und natürlich ein ausdrucksstarkes Model.
Als Location diente uns ein leicht heruntergekommenes an manchen Ecken schmuddeliges Parkhaus, somit war die größte Hürde genommen.
Dann ging es auch schon los mit Herausforderungen. Im Film trug das “Opfer” eine Art “Hemdchen”, verschlissen, dreckig, blutig, eben gezeichnet von einer terrorisierten Nacht. Tatsächlich konnten wir ein passendes Kleidchen auftreiben, aber Oh Schreck: Das Ding ist nagelneu, blütenweiß und wirkt so gar nicht authentisch, wie bekommt man das jetzt innerhalb kürzester Zeit auf gewünschten Look ?
Nun, wir legten das Kleidchen auf den Boden, nahmen uns ein paar Hände voll frischer Blumenerde die wir extra mitgenommen hatten, mischten das ganze mit Wasser an und dann druff mit der Pampe. Schön mit den Schuhen verteilt und verschmiert. Das Kleidchen kurz antrocknen lassen und fertig war das Modeloutfit. Für den letzten Schliff sorgten dann noch großzügige Kleckser Kunstblut auf dem Kleidchen.
Eine ähnliche Mixtur aus Blumenerde und feinstem Olivenöl diente uns als “Dirty Look” MakeUp fürs Model. Schließlich musste sie auch im Gesicht dreckig, verschwitzt, blutig wirken. Zu unserem Erstaunen hatte unser Model überhaupt keine Berührungsängste sich ein wenig “einzusauen”. Im Gegenteil, nach dem Shooting bestätigte sie uns dank dem Olivenöl eine wunderbar weiche geschmeidige Haut
Als Lichtsetup hatten wir uns keinen großen Aufwand gemacht, die meisten Bilder entstanden mit Aufsteckblitzen, angesetzter 60×60 Ezybox, Snoot für eine Spotförmige Ausleuchtung. Am Ende experementierten wir sogar mit direkt aufgesetzem Blitz an der Kamera und erreichten durch verreißen und verdrehen der Kamera während des auslösens erstaunliche Effekte.
Die Ergebniss unseres Shootings seht Ihr nebst Making Of wie immer in unserer Galerie. Ich persönlich muss gestehen, nach zahlreichen Beautyshootings, Portraitshootings mit möglichst hübsch posen und lächeln, hat mir dieses spezielle Themenshooting doch sehr gefallen. Es macht sehr viel Spaß sich eine Art Geschichte auszudenken und gemeinsam mit dem Model in eine ausdrucksstarke Fotoserie umzusetzen. Eine Fortsetzung dieses Shootings ist bereits in Planung…
Tags: Björn Gundermann, Blitz, Film, Fotografie, Kino, Markus Lochner, Menschen, Model, Movie, Nürnberg, outdoor, Parkhaus, People, Portrait, Shooting, Strobist, Thriller
Lange ist es still um mich gewesen. Zum einen habe ich mich Beruflich verändert, zum anderen musste ich mal die Tapeten wechseln und zog in ein neues Zuhause. Inmitten des ganzen Umzugs Heiratete ein befreundetes Paar – die Einladung kam sehr früh, genauso, wie die Bitte ob ich nicht die ganze Feierlichkeit Fotografisch begleiten könnte. Dieses Angebot konnte ich nicht ablehnen, obwohl mir schon etwas mulmig dabei war – bei einer solch großen Verantwortung.
Die Entscheidung zum Ja, dass ich die Hochzeit begleiten werde, kam sehr überlegt von mir. Ich liebe die Herausforderung neues zu Probieren – und das ganze war komplettes Neuland für mich. Ich war zuvor Gast auf so mancher Hochzeit oder habe auf einigen bedient und mit organisiert. Aber Fotografiert habe ich noch keine. Was also tun um der Herausforderung gewachsen zu sein? Hierüber möchte ich kurz ein wenig Berichten, um den einen oder anderen auch seine Entscheidung zu einem Ja oder Nein zu erleichtern. Ich möchte hier nicht auf meine Arbeitsweise oder das Fotografieren an sich eingehen sondern vielmehr auf das was lange vorher ist – die Vorbereitung des Fotografen.
Das größte Problem bei einer Hochzeit ist es, dass fast kein Moment 2mal passiert. Die einzigen Momente die 2 mal geschehen sind der Ringtausch und der Kuchenanschnitt. Beim Rest gibt es nur den einen ersten Kuss oder den einen Auslauf aus der Kirche. Man sollte sich also im vornherein klar sein, dass eine extrem hohe Last auf einen sitzt. Allerdings darf man sich davon nicht verrückt machen. Denn die wichtigsten Momente einer Hochzeit passieren zu 90% an einem festgelegten Ort und zu einer absehbaren Zeit. Der Kuss nach dem Ringwechsel ist zu erkennen wenn der Ring gewechselt worden ist. Der Ringwechsel steht im Programm und man kann sich daran orientieren.
Wie habe ich mich also nun vorbereitet?
Der für mich wichtigste Punkt war zu Wissen, was auf einer Hochzeit alles passieren kann. Durch einige Hochzeitserfahrungen von mir wusste ich, dass es den Brautstraußwurf gibt oder die üblichen Spiele nach der Kirche bzw. die Glückwünsche nach der Kirche…. ich kann hier noch etliche Gegebenheiten aufzählen. Um nun zu Wissen wo der Großteil der Hauptgeschehnisse geschieht ist es wichtig sich mit den Organisatoren (Brautpaar, Trauzeugen etc.) kurz zu schließen. Umso mehr genaue Eckpunkte man hat, umso besser kann man sich auf die vielen anderen spontanen Momente einlassen und reagieren.
Ich habe mir eine Art Kampfzettel erstellt mit den festen Programmpunkten der Hochzeiten und daneben mit Notizen was ich Fotografieren will und was die Kamera Voreinstellung sein sollte (am Ende kommt sowieso alles anders an der Kamera).
Somit komme ich zum nächst wichtigen Punkt, welcher nichts mit der Hochzeit an sich zu tun hat. Das Equipment!
Es ist unheimlich wichtig sein Equipment zu beherrschen, sowohl den schnellen Objektivwechsel als auch die Parameter-Einstellungen an der Kamera. Die Situationen von Bewegung und Licht wechsel oftmals so schnell, dass man sich vorher im klaren sein sollte was man wo und wie einstellt. Welche Einstellung man nun konkret wählt hängt vom eigenen Stil und Arbeitsweise in gewisser weise ab.
Ein weiterer Punkt ist sich selbst zu vertrauen.
Ich hatte selbst erst Zweifel, in wie weit ich einer solchen Aufgabe gewachsen bin . Dank viel Lektüre und einiger Übungstage in ähnlichen Räumlichkeiten, habe ich mir Selbstvertrauen gegeben und konnte auch die eigene Aufregung vor der “ersten” Hochzeit nehmen. Geholfen hat es mir sehr, die Aufgabe als meinen Job zu sehen und das zu machen was ich am Besten kann. Somit war ich nicht als Gast vor Ort sondern als reiner Fotograf – von der Zeremonie an sich habe ich nur sehr wenig mitbekommen um auf die besonderen Momente lauern zu können oder Eindrücke aus den Zuschauerreihen einzufangen.
Mein letzter Punkt. Der mir persönlich für meine Fotografie am wichtigsten war, ist einen eigenen Stil zu verfolgen welcher auch dem Brautpaar zusagt.
Ich wollte nie die “typischen” Hochzeitsbilder des Haus- und Hoffotografen aus dem Dorf schießen. Ich wollte in die Richtung der Reportage gehen und mich in gewisser Weise selbst verwirklichen mit meiner Art zu fotografieren. Man muss sich im vornherein im klaren sein was man für Bilder haben möchte. Einfach trockene Bilder, die die Feierlichkeit aus der Ferne dokumentieren oder extrem nah am geschehen sind und dadurch unter Umständen zu “gestellten” Bilder führen. Oder doch eher der Reportage Stil mit einigen Details – welchen ich selbst verfolgt habe. Steht der Stil fest, ist es wichtig vorher Bilder im Kopf zu haben und sich einen Plan im Kopf aufzustellen wie man diese Bilder erreicht. Ich hab versucht immer beim Brautpaar zu sein, aber durchgehend mit dem nötigen Abstand um der Authentizität der Bilder nicht zu schaden.
Das wichtigste ist aber immer noch in meinen Augen es muss einem 100% klar sein worauf ich mich hier einlasse. Denn ein Rückzieher vor Ort oder kurz vorher ist ein klares “no go” genauso wie die Aufnahmen zu vermasseln – gleichzeitig sollte man sich aber auch während einer Hochzeit nicht unterkriegen lassen – Fehler können passieren, dürfen aber nur einmal passieren und dürfen nicht fatal sein.
Ich hoffe ich konnte ein wenig zeigen wie ich mich auf dieses Fotografische Gebiet eingelassen habe und kann den einen oder anderen bei seiner Entscheidung in Zukunft mit meinen Worten helfen. Ein kleiner Einblick in meine Arbeit findet ihr auf meinem Blog.
Tags: Fotografie, Hochzeit, Hochzeitsfotografie
Da ich recht viel in deutschen Städten auf Fototour unterwegs bin, kämpfe ich völlig unabhängig von der jeweiligen Stadt immer wieder mit dem selben Problem: Welche Motive bietet mir die Stadt außerhalb der bekannten und berühmten Sehenswürdigkeiten ? Ich persönlich finde es nicht sonderlich spannend ein Motiv zu fotografieren, welches es in gefühlter 100.000 Auflage bereits auf diversen Fotoplattformen zu bestaunen gibt, wie z.b. folgende aus meiner Heimatstadt Nürnberg (auch wenn ich mittlerweile mein Exil in Fürth verlebe
)
Klar, in einer mir fremden Stadt nehme ich die bekannten Motive natürlich sehr gerne mit, allein um sie einfach selbst gesehen zu haben. Nur, ich möchte etwas mehr aus dieser Stadt mitnehmen, meine ganz persönlichen Eindrücke.
Ich frage mich oft, wie sieht es hinter den blitzblank herausgeputzten Tourimeilen aus, welche Geschichte steckt sonst in dieser Stadt ? Ich möchte ein Stück ursprüngliches, ja vielleicht vergessenes Stück Stadtbild mitnehmen.
Daher zieht es mich zwar zunächst in die einschlägig bekannten Stadtrouten, sehr schnell verlasse ich aber die Menschendurchfluteten Straßen und begebe ich mich auf augenscheinlich unaufällige, manchmal gar abstoßende Nebenstraßen und Gassen. Nach genauem Hinsehen offenbaren aber genau solche Straßen eine Fülle an reizvollen Motiven. Auch der Blick in völlig unscheinbare Hinterhöfe birgt oft lohnenswerte Motive, die über die tpyisch bekannte Touristenfotografie hinausgehen.
Wie oben zu sehen ist, habe ich für diesen Artikel mal den Vergleich gewagt, berühmte Sehenswürdigkeiten in meiner Heimatstadt Nürnberg aus typischer Touristensicht zu fotografieren. Es sind sicher ganz tolle Motive, über die man sich beim ersten Besuch freut. Gerade aber als Einheimischer können diese Motive leider schnell langweilig wirken.
Meist nur wenige Meter entfernt von den typischen Touristen-Hotspots sind dann folgende Bilder entstanden. Sie mögen nicht unbedingt Postkartentauglich sein, zeigen aber auf Ihre eigene Art und Weise das Bild in der Nürnberger Altstadt. Teilweise schon recht krasser Kontrast wie ich finde. Und genau solch ein Kontrast, oder nur ein schlichter Perspektivwechsel bringt doch immer wieder lohnenswerte Bilder heraus, auch an Orten die man gut zu kennen meint.
Ich kann es nur empfehlen, verlasst ganz bewusst die bekannten sicheren Pfade, seht Euch in den kleinen unscheinbaren Gassen um, lasst Euerer Neugier auch in zugänglichen Hinterhöfen freien Lauf, man wird oft mit einem unerwartet spannendem Motiv belohnt. Die nötige Vorsicht in evtl. schwierigen Stadtvierteln sollte man natürlich beim Erkunden fremder Gassen nicht ganz beseite lassen, zumindest aber hier in Nürnberg kann ich nichts negatives berichten.
Tags: Altstadt, City, Motive, Nürnberg, Sehenswürdigkeiten, Städtetrip, Tourist
Ronny von BlogTimes.info sucht in seinem Artikel auch in diesem Jahr wieder nach deutschsprachigen Fotoblogs, um sie später in einer aktuellen Übersicht darzustellen. Eine starke Aktion die wir gerne unterstützen. 
Beim letzten Mal noch verpasst, möchten wir diese Gelegenheit natürlich gerne nutzen um Ronny’s Fragen zu seiner Blogsuche zu beantworten:
- Seit wann besteht Dein Fotografieblog?
PHOTOWORKERS.org wurde aus einem lokalen Fotostammtisch in Nürnberg heraus gegründet und besteht seit Herbst 2009.
- Welche Schwerpunktthemen behandelt Dein Blog?
Wir sind in unseren Themen noch relativ vielfältig aufgestellt. Wir versuchen aber nicht zu sehr in die technischen Tiefen der Fotografie einzutauchen, vielmehr stellen wir gerne kleine und manchmal auch ungewöhnliche Fotoprojekte wie z.b. unsere Speedshootings vor. Gerne befassen wir uns auch mit Bildgestaltung und befassen uns im Detail mit der Vorstellung eigener Bilder und natürlich Arbeiten weiterer Fotografen die uns im Web begegnen. Auch Erfahrungsberichte und Tipps zum Thema Fotografie geben wir gerne an den Leser weiter.
- Wieviel Beiträge veröffentlichst Du durchschnittlich pro Woche?
Zugegeben, es hat ein wenig stagniert mit neuen Beiträgen, da wir privaten und beruflichen Veränderungen gegenüberstanden. Zukünftig soll es aber wieder in regelmäßigeren Abständen neue Blogbeiträge geben.
- Welche fotografischen Bereiche interessieren Dich in der Fotografie?
Puh, schwer zu beantworten, fotografisch interessante Genre’s gibt es sehr viele. Schwerpunkte sind hier vielleicht generell die s/w Fotografie, Architektur und Stadtlandschaften, aber auch Konzert und Portraitfotografie begeistert uns.
Tags: Blogparade, Fotoblog, Photoworkers
Ruhig ist es geworden auf PHOTOWORKERS.org, Markus und ich hatten beide in den letzten Monaten berufliche Umstiege und obendrein auch beide jeweils einen Wohnungsumzug zu stemmen.
Daher möchte ich heute mal wieder die Serie erweitern und Euch ein Bild vom Gedankengang bis zur fertigen Umsetzung näher bringen.
Konzertfotografie ist ein fotografisches Genre dass ich immer wieder sehr gerne verfolge. Dieses Jahr auf dem New-Orleans Festival in Fürth entstand dieses Portrait eines Bandmitglieds der Gruppe Bobbin’B.
Gitarristen zu fotografieren empfinde ich persönlich mittlerweile recht schwierig. Irgendwie häufen sich auf dem heimischen PC die Fotos von Gitarre zupfenden Musikakteuren. Und auf Dauer ähneln sich genau diese Bilder, ein Mann mit Stromgitarre in der Hand, die Lippen vor dem Mikro bewegend, das wars auch meist.
Meine Herausforderung besteht dann darin, doch irgendwie den Charakter des Musikers einzufangen, durch eine glückliche Sekunde im richtigen Moment ein etwas “anderes” Musikerportrait zu erhaschen.
Das Glück hatte ich in dieser Aufnahme, der Gitarrist hat diese kleine freche Geste mit zwinkernden Augen direkt zu mir in die Kamera geworfen. Zu mir ? Ausgerechnet zu mir kleinem Hobbyfotografen inmitten vieler weiterer Zuschauer ? Purer Zufall oder doch etwas mehr dahinter ?
Vorab, Glück, ein schnelles Händchen und die Beherrschung der nötigsten Kamerafunktionen gehören immer als Paket zur Konzertfotografie zusammen. Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Artikel auch über die technischen Hintergründe der Konzertfotografie geschrieben.
Ich verfolge das Treiben auf der Bühne oftmals nicht nur mit bloßem Auge, sondern geduldig minutenlang mit Blick durch den Sucher. Der Autofokus läuft durch die Servo-Funktion ständig mit, so verfolge ich also immer Schußbereit die Bewegungen, Gesten, Posen der Bühnenkünstler.Ich gebe zu, für einen Außenstehenden muss das schon belustigend aussehen wenn man mit der Kamera permanent den Bewegungsabläufen der Musiker folgt, nur um auf keinen Fall genau diese eine wichtige Sekunde zu verpassen, im Bildbeispiel eben das Augenzwinkern des Gitarristen Richtung Kamera.
Irgendwann bekommt dies dann auch mal der betreffende Musikkünstler mit, wenn er dann auch noch freundlich den Fotografen gesonnen ist, gibts als Lohn auch mal ne kleine Poseneinlage oder Blickkontakt mit Geste direkt in die Kamera. Hat die Technik in dieser Sekunde des Auslösens funktioniert, sitzt der Fokus halbwegs, stimmt die Belichtung, dann ist die Freude beim Betrachten vorort auf dem Kameradisplay schon mal recht groß.
Einen Nachteil hat diese Herangehensweise aber dennoch: Bedingt dadurch dass man mit Blick durch den Sucher nur einen kleinen Teil der Bühnenaktivitäten verfolgen kann, kann es auch passieren dass man eine andere Szene schlicht verpasst, plötzlich blödelt ein anderes Bandmitglied herum, oder schmeißt sein Instrument akrobatisch umsich, man sieht es nicht wenn man eine bestimmte Person gerade im Visir hat. Daher wechsle ich nach einigen Minuten dann auch gerne das Motiv und verfolge ein anderes Bandmitglied.
Ich habe mich bei der Bearbeitung dieses Fotos ganz bewusst für s/w entschieden. Konzertbilder in Farbe unterstreichen sehr deutlich die Bühnenatmosphäre, erzeugen also entsprechend Stimmung. Da mir in diesem Fall aber der Charakter des Gitarristen wichtiger erschien, entschied ich mich für das weglassen von Farbe und erarbeitete eine kontrastreiche s/w Umsetzung. Um noch mehr Leben in dieses Foto zu bringen, habe ich sehr bewusst das bereits vorhandene Bildrauschen durch noch stärkere Körnung ergänzt. Ich mag diesen leicht analog anmutenden Look immer wieder gerne.
Zum Abschluss dieses Artikels noch das Out of Cam Bild um einen direkten Vergleich zum fertig entwickelten Bild zu haben.
Tags: Bildbesprechung, Bobbin'B, Bühne, Event, Konzertfotografie, Liveact, monochrom, Musiker, Portrait, s/w
Das vergangene Wochenende hat uns ein kleines Spontanprojekt beschert. Der Mond kreiste in erdnächster Entfernung und erschien zugleich als Vollmond, eine sehr seltene Konstellation die den Mond rund 14% größer und 30% heller erscheinen ließ.
Markus und ich saßen eigentlich zu einem gemütlichen Abendessen zusammen als wir in der Nacht noch beschlossen eine Spontantour raus aufs Land zu machen. Die Neugierde stellte uns die Frage wie die fränkischen Landschaften wohl in diesem besonderem Licht wirken.
Leider musste Markus aus technischen Gründen auf das Fotografieren Vorort verzichten, genoss aber zumindest die frische Landluft, die herrliche ländliche Idylle. “Scheiße, arschkalt wars, miefige Gülleluft auf eingeodelten Feldern lag in der Luft, voll am Sack der Welt, ja sehr idyllisch” mag Markus wohl gedacht haben
Ganz bewusst habe ich in den Bildserien auf das Ablichten des Mondes selbst verzichtet, mit max. verfügbaren 200mm an der 5D II und somit KB viel zu kurze Brennweite um den Mond eindrucksvoll einzufangen. Die Landschaft selbst ließ uns beide aber dann doch staunen. Mit dem bloßen Auge konnte man den Himmel eigentlich in gewohntem Schwarz bewundern, tatsächlich stellte sich der Himmel auf den Bildern aber in feinstem Nachtblau dar, hervorgerufen durch das starke Restlicht des Mondes und den Langzeitbelichteten Aufnahmen.
Ein Stativ und Fernauslöser waren natürlich Pflicht, nur wie lange belichtet man jetzt um brauchbare Ergebnisse zu erhalten ? Die Antwort kannten wir natürlich auch nicht, somit versuchten wir es auf gut Glück mit gut 1 1/2 Minuten. Zu knapp bemessen wie wir sofort auf dem Kameradisplay erkannten, wir erhöhten die Belichtungszeit dann in großen Schritten. Das Fokusieren klappte nicht ganz so gut, mit Hilfe einer Taschenlampe ließ ich den Autofokus sein Motiv anvisieren und stellte dann auf manuellen Modus, damit ich ohne weiteres Hilfslicht die Langzeitbelichtungen einfangen konnte.
Die hier gezeigten Aufnahmen wurden mit ISO100 bei gesetzter Blende 9 geschossen. Im Bulb Modus ließ ich den Verschluss dann je nach Aufnahme rund 3 1/2 bis 5 1/2 Minuten offen. In der Nachbearbeitung habe ich die Bilder dann selektiv dennoch etwas aufgehellt um Kontraste zu setzen.
Unschlagbar war die vorherrschende Stimmung in den Bildern, das Mondlicht erzeugt doch eine ganz andere Atmosphäre als z.b. vergleichsweise die Blaue Stunde vor Sonnenaufgang. Mystisch, geheimnisvoll, die Schatten teils bizarr, so könnte man das Gefühl umschreiben das sich während der Langzeitbelichtungen einstellt.
Ganz sicher werden wir bei zukünftigen Vollmonden nochmals raus in die fränkische Prärie fahren, denn dieses einzigartige Licht bei Nacht lässt jedes noch so einfache Motiv in ganz anderem Glanz erscheinen.
Alle Bilder der kleinen Serie wie gewohnt in unserer Galerie.
Tags: Bulb, Landschaft, Langzeitbelichtung, Mond, Nachtfotografie, Vollmond
Viele Fotografen können sich noch an die “guten alten” Zeiten erinnern, weit vor dem digitalen Zeitalter. Man ging bewaffnet mit Analogknipse und 36er Film auf Fotopirsch, musste den Film dann im Labor zur Entwicklung abgeben und freute sich ein paar Tage darauf, die fertig entwickelten Bilder in Händen zu halten.
Gerade diese Vorfreude auf die fertigen Bilder kennt man in der schnelllebigen Zeit der Digitalfotografie eigentlich so gut wie gar nicht mehr. Man schießt ein Foto, kann es sofort auf dem Kameradisplay betrachten, oder dann eben Zuhause in großem Format auf dem Monitor.
Wir wollten dieses alte Gefühl der Vorfreude auf die fertig entwickelten Bilder wiederherstellen, wir überlegten uns wie wir die “analogen” Zeiten simulieren könnten. Markus und ich haben bei unserer letzten Fototour dann in unserer Kamera das Display einfach mal abgeschalten, somit die automatische Voransicht deaktiviert,eine sofortige Bildkontrolle war ab diesem Zeitpunkt nun nicht mehr möglich.
Damit aber auch die Vorfreude auf die Bildentwicklung aufkommt, haben wir beide auch die Rolle des Fotolabors übernommen, d.h. ich habe nach dem Fototrip die Bilder von Markus entwickelt, er dafür die Speicherkarte aus meiner Kamera mit nach Hause zum entwickeln genommen.
Somit waren wir beide im Anschluss sehr gespannt darauf, wie die eigenen Bilder enwickelt werden würden. Ist überhaupt technisch brauchbares Material auf der Karte vorhanden ? Denn dadurch dass wir die Displayansicht in der Kamera deaktiviert hatten, konnten wir natürlich auch nicht prüfen ob die Belichtung in Ordnung war oder der Schärfepunkt dort sitzt wo wir uns diesen gewünscht hätten. Analogfeeling pur stellte sich sehr schnell ein beim Einfangen der ersten Schnappschüsse. Es war schon sehr ungewohnt nicht aufs Display zu kucken, oft war der Finger zwar auf der “Bild anzeigen” Taste, aber schnell wurde man vom anderen Fotopartner “ermahnt” dies nicht zu tun. Hach was waren das für schöne digitale Zeiten in denen man sofort das fertige Bild in seiner Kamera betrachten konnte
Große Spannung baute sich die Tage nach unserem Fototrip auf. Ich wartete gebannt auf die erlösende Email von Markus mit den fertig “entwickelten” Bildern, auch er saß schon wie auf “glühenden Kohlen”, während ich seine Bilder fleißig in meinem digitalen “Labor” entwickelte.
Dann endlich kam die erwartete Mail mit den fertigen Fotos, endlich konnten wir unsere eigenen Bilder betrachten und wir beide waren am Ende positiv sehr überrascht, was der andere aus den eigenen Bildern herausentwickelt hat. Interessant fanden wir an dieser Aktion diesmal den Aspekt, dass die eigenen Bilder mit dem Bearbeitungsstil des anderen praktisch vereinigt wurden. So konnte man auf den Bildern zwar durchaus sein eigenes fotografisches Auge wieder erkennen, nur diesmal eben in etwas anderer Optik
Wie immer könnt Ihr die daraus entstandenen Bilder in unserer Galerie betrachten.
Die Namen unter den Bildern sind der jeweilige Fotograf zum Foto, Bearbeitung stammt dann jeweils vom anderen Partner.
Tags: Analog, Digital, Entwicklung, Fotolabor, Kameradisplay
15 Minuten, 2 Fotografen, 1 Festbrennweite, 1 Location, das sind die Zutaten zu unserer mittlerweile sich wiederholenden 15 Minuten Challenge “Gegen die Zeit”.
An einem sonnigen Samstag Mittag hat es uns diesmal in die Domstadt Bamberg verschlagen. Direkt neben dem Domplatz haben wir uns als Location den Innenhof der Alten Hofhaltung ausgesucht. Wenn man diesen Platz betritt fühlt man sich sofort um einige Jahrhunderte zurückversetzt. Alte Fachwerkhäuser, abgenutzte Brunnenanlagen, schwere Eisenbeschläge an Holztüren beherrschen hier das Gesamtbild.
Den 15 Min. Timer auf unseren Smartphones gestartet ging es nun munter drauf los, Motive auf den Sensor zu bannen. Wie schon fast selbstverständlich hatten Markus und ich die Wahl auf eine Festbrennweite mit 50mm bzw. 85mm gelegt. Ein Zoom nimmt nur unnötig Zeit in Anspruch um einen geeigneten Bildausschnitt zu finden. Zeit die man in 15 Min. schlicht und einfach nicht zur Verfügung hat. Wir liefen in diesem wunderschönen Innenhof umher, den Blick konzentriert, die Kamera immer im Anschlag. Ich selbst hatte sogar den Kameragurt abgenommen um das letzte Quäntchen fotografische Flexibiliät herauszulocken.
Wenn man die Bilder im großen und ganzen betrachtet, so dominieren hier überwiegend Texturen und sehr viele Details. Ganz klar, alte Holztüren aus dem Mittelalter, abgenutzte Holztreppen und dazu harmonierendes Kopfsteinpflaster leben von Struktur. Daher fiel es auch hier nicht besonders schwer mit unserer Festbrennweite genau diese Details festzuhalten.
Wenn man dann noch mit dem vorhandenen Sonnenlicht bzw. Schatten spielt vergeht die Zeit wie im Flug.
Am Ende waren wir einmal mehr erstaunt wie schnell 15 Minuten abgelaufen sein können wenn man sehr konzentriert ans Werk geht. 15 Minuten auf den Bus zu warten erscheint einem hierzu vergleichweise wie eine kleine Ewigkeit. Vielleicht legen wir eine ”Gegen die Zeit” Episode in Zukunft auf eine Bushaltestelle
Unsere gesammelten Eindrücke aus der 15 Minuten Challenge in Bamberg findet Ihr wie gewohnt in unserer Galerie.
Tags: 50mm, 85mm, Alte Hofhaltung, Architektur, Bamberg, Dom, Festbrennweite, Speedshooting, Zeit
Kurz vorm Jahreswechsel habe ich mich an ein Modelshoot ohne Björn gewagt. Allein war ich zuletzt, vor langer Zeit, bei meinem ersten Shooting. Ansonsten war ich immer mit meinem Fotokollegen Björn am Werk und genoss die Vorzüge einer Partnerarbeit. Aber ich wollte es auch mal wieder allein probieren. Von dem was ich dabei erlebt habe, möchte ich euch gerne im folgenden berichten und euch natürlich auch Ergebnisse präsentieren. Wo ich kurz auf meine persönliche Erfahrung damit eingehen möchte – aber auch die Ergebnisse natürlich präsentieren möchte.
Die Vorzüge des allein fotografieren liegen den meisten sofort auf der Hand: Man hat das Model durchgehend für sich, man kann ganz alleine alle seine Ideen realisieren, man muss keine Rücksicht nehmen… hier gibt es sicherlich noch mehr Punkte. Dazu kommen aber auch die negativen Seiten: Man ist durchgehend der Unterhalter für das Model, die Posen müsse alleine ausgearbeitet werden und es fehlt eine 2. Meinung am Set. Dazu kommt ein großes Manko, man muss Lichtsetups mühsam allein einstellen. Die Vorteile einer Partnerschaft beim Shooten liegen somit auf der Hand: 2. Meinung, 2 Fotografen mit einem geschulten Blick und aber auch 2 Kreative Köpfe die besondere Setups oder Posen ausarbeiten können.
Was werde ich also in Zukunft machen? Für mich ganz klar, ich möchte versuchen weiterhin im Team zu arbeiten um die Vorzüge einer Gemeinschaftsarbeit zu nutzen. Es ist mit Sicherheit von Zeit zu Zeit schön auch mal alleine zu shooten, allerdings merke ich dann schnell wie gut es doch ist, vor Ort einen 2. Fotografen zu haben der einem mit Rat und Tat zu Verfügung steht und die daraus resultierenden Synergieeffekte zu nutzen.
Auch sollte man den Punkt der Technischen Überlegenheit nicht vergessen. Björn und ich besitzen sehr viel Equipment, womit man im Team ein noch größeres hat und somit riesige und aufwendige Lichtsetups aufbauen kann. Dazu kommt, dass man durch das direkte arbeiten in einem kleinen Team mehr lernt, denn man lernt unter anderem auch aus den Fehlern der anderen.
Nicht zu vergessen sind auch die Vorteile eines Model, es kümmern sich immer 2 Fotografen um das perfekte Bild als auch das sie Bilder von 2 Fotografen erhält mit unterschiedlichen Stilen.
Es muss aber nicht immer ein 2. Fotograf sein, es kann schon alleine reichen eine Person seines vertrauen bei sich zu haben der einen Blitz oder Aufheller hält oder es beherrscht die Stärke eines Blitzes auf Wunsch zu verändern. Allerdings würde mir hierbei die fachliche Meinung eines 2. Fotografen fehlen.
Somit werde ich versuchen in Zukunft wieder im Team zu arbeiten.
In der Galerie findet sich eine Auswahl von Bildern vom Shooting mit Viola.
Tags: Markus Lochner, Modelshooting, Shooting, Viola
Ich möchte ein kleines Miniprojekt präsentieren dass ich vergangenes Wochenende umgesetzt habe. Inspiriert, ja eher fasziniert von den Bildern der Serie “Ghostly” auf dem Blog von Monostep.com, habe ich mich entschlossen einen kleinen Ausflug in den nahe gelegenen Wald zu unternehmen.
Diese beklemmende, mystisch anmutende, unheimlich ja fast unwirklich vorherrschende Stimmung wollte auch ich in einer kleinen Serie einfangen. Um letztlich eine Variation einzubringen, habe ich mir überlegt, neben den ansich statischen Bäumen zusätzlich eine menschliche Komponente einzufügen. Im ersten Bild soll die tief gelegene Perspektive, die bewusst schräg gehaltene Kamerahaltung einen kleinen Spannungsbogen schaffen, die Schattenfigur im Hintergrund dann weiter Dramatik aufbauen. Ich möchte auf diesem Bild den Betrachter direkt fesseln, Ihn ganz nah an dieser Szene teilhaben lassen.
Klingt fast schon nach Movieevent, tatächlich habe ich versucht durch eine kühle Farbgebung, Randabdunklung und Schärfenverlauf eine Art Movie-Effekt im Bild zu schaffen. Ganz sicher bin ich allerdings dann doch nicht ob mir dieser Effekt auch gelungen ist. Das kann wohl nur der fremde Betrachter selbst beurteilen.
Im 2. Bild soll die noch recht starre Dramatik des 1. Bildes in etwas Action ausarten, eine Fluchtszene inmitten des Waldes schien mir als passendes Motiv. Auch hier wieder bewusst kühl gehaltene Farbgebung und ein knapp gesetzter Schärfeverlauf.
Da ich mittels Selbstauslöser die Kamera betätigt hatte, musste ich einige Versuche unternehmen bis ich die flüchtende Person dann vom Schnitt so im Bild hatte wie es meiner Vorstellung entsprach.
Auch die Wahl der Belichtungszeit gab mir zusätzliche sportliche Laufeinheiten durch den Wald
Entweder war die Belichtung zu knapp bemessen und somit die flüchtende Person zu scharf abgebildet, oder die Person war durch zu lange Belichtung bereits wieder aus dem Bild verschwunden. Beim nächsten Mal hoffe ich für solche Geschichten meinen Photoworkers Partner Markus wieder zur Seite zu haben
Das 3. Bild ist dann noch ein fotografisches Experiment der eher abstrakten Art. 
Ein beherzter Schwenk mit der Kamera während der Belichtung sollte den Wald dann in ein Farben/Formen Gewirr verwandeln, den Betrachter aber nicht ganz aus dem Thema “Woodland” herausreißen.
An dieser Stelle würde ich mich sehr über Euer Feedback zu dieser kleinen Serie freuen, es ist nicht immer leicht einzuschätzen ob die umgesetzte Idee letztendlich auch genau so beim Betrachter ankommt.
Da ich in meinem letzten Artikel ein Making Of schuldig war, hier zumindest ein Out of Cam direkt aus der Kamera zu den fertig bearbeiteten Bildern.
Tags: Björn Gundermann, Langzeitbelichtung, Movie Effekt, Mystery, Wald



















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