Bjoern Gundermann am 02. September 2010

Im Rahmen eines Photowalks der von unseren Freunden von  PhotowalkingMunich organisiert wurde, haben wir uns entschlossen ein kleines ungewöhnliches Projekt umzusetzen.

Wir wollten den Fokus diesmal auf Motive legen, die man im Fotoalltag nicht wirklich wahrnimmt oder zumindest kaum bis sehr wenig Beachtung schenkt.

Wer fotografiert schon eine weggeworfene Bananenschale, Wasserhydranten, Fahrradklingeln o.ä. ? :)

Genau hier haben wir uns ne kleine Challenge auferlegt, Dinge des alltäglichen, unscheinbaren ja eben völlig banalem durch entsprechende Aufmerksamkeit in eine möglichst ansprechende Bildkomposition einzubauen.

Keine leichte Aufgabe wie wir recht schnell festgestellt haben. Man musste sich erstmal mit der Tatsache anfreunden dass man die Kamera auf Motive richtet, die eigentlich niemand interessieren, hinzu kam, dass wir in der Gruppe des Photowalks aber auch unter den Passanten doch sicherlich Verwunderung erzeugten, wenn einer von uns grad gebannt über dem nächsten Mülleimer hing, die Bananenschale gab ja doch gerade einen konstrastreichen Farbklecks :)

Oder hier, eine frisch ausgedrückte Zigarettenkippe, die liegt ja wie auf dem Präsentierteller der allerdings ein handelsüblicher Ascher war, welch dankbares Motiv für dieses Projekt :)

Wozu das ganze ? Warum fotografiert man Dinge, die man eigentlich nicht sehen möchte, oder eben keinerlei Sinn und Interesse hervorrufen ?

Es sollte schlicht und einfach eine weitere Möglichkeit für uns sein, das fotografische Auge einmal mehr zu trainieren. Man musste loslassen von den üblichen Motiven wie imposanten Hausfassaden, den farbenfrohen Blümchen im Park oder stimmungsvollen Sonnenuntergängen.

Nein, plötzlich musste man sich überlegen wie man den ausgedrückten Zigarettenstummel denn am besten ins rechte Licht rückt. Die Gesetze der Bildgestaltung blieben ja gleich, man sah sich das Licht an, wählte eine geeignete Brennweite und für weiteren gestalterischen Spielraum eine entsprechende Blende und natürlich eine vorteilhafte Perspektive.

Nur im Kopf, da musste man sich öffnen, man durfte das ganze nicht als puren Blödsinn ansehen, sondern eher als fotografische Herausforderung, auch wenn die Motive eben diesmal nicht der Masse entsprechend “fotogen” waren.

Am Ende kamen dann doch ein paar “Highlights” heraus, die Ihr wie immer in unserer Galerie betrachten könnt.

Natürlich hatten wir beim Münchener Photowalk neben den Banalitäten auch die schönen Seiten einer Münchener Innenstadt vor der Linse.

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Markus Lochner am 19. August 2010

Das Bild von Ralf Pachurka möchte ich gerne in einem weiteren Teil der Bildbesprechungs-Reihe rezensieren.

Ralf selbst ist ebenfalls seit einigen Jahren in der Digitalfotografie aktiv, zeichnet sich zunehmend durch seinen eigenen persönlichen Stil aus den er fortlaufend weiter entwickelt. Auch sein fotografisches Auge für Szenen und Motive ist immer wieder beeindruckend. Das Bild welches ich hier gerne besprechen möchte ist bei seinem letzten Wien Aufenthalt entstanden. Eines der wenigen die er mitbringen konnte, da er vorort fast nur Regen hatte. Aber eine kurze Regenpause brachte unter anderem diese Street-Aufnahme zum Vorschein.

Mit Wien verbinde ich persönlich die Kontraste zwischen alt und neu. Auf den Straßen sind die neuesten Sportwägen zu sehen, aber dafür in den Gassen des Wiener Zentrums  ehrwürdige Altbauten mit ihren Einwohnern, die den Charme von Wien und den Historischen Orten widerspiegeln.

Das Bild ist mit einer Canon 5D MkII und einem Canon EF 85mm/F1,2 entstanden, welches mit eines der interessantesten Objektive aus dem Canon Park sein dürfte, dank der starken Offenblende.

Die Fotografie zeigt einen Herrn, inmitten der Wiener Innenstadt, beim täglichen Spaziergang um seine Zeitung zu holen oder zu lesen. Das besondere an dem Bild ist die Wirkung zwischen dem Herrn und dem Stadtleben im Hintergrund. Die Offenblende stellt das Hauptmotiv so frei das dieses sich eindeutig vom Rest abhebt, aber auch nicht ausschließt und weiterhin zum Stadtleben dazu gehört. Das Leben in der Unschärfe zeigt andere Menschen, Lichter und Reklametafeln, die das typische Innenstadtbild widerspiegeln. Es zeichnet sich, wie in einem Streetbild gewünscht, das alltägliche Leben ab, mit einer besonderen Szene.

Was ist aber nun so besonders an dieser Szene ?

Menschen sieht man jeden Tag im Trubel und die Reklametafeln im Hintergrund auch. Das außergewöhnliche oder das was das Bild ausmacht, ist der Herr mit seinem Hut, dem Sakko und seinen weißen Schuhen. Die Zeitung in der Hand, zusammen mit der Körperhaltung, spiegeln den alltäglichen Spaziergang wieder, den dieser Herr wohl regelmäßig macht, sei es um die tägliche Lektüre zu kaufen oder nur die routinierte Runde um den Block. Die Kombination aus schick angezogen und dem entspannten Gang durch die Stadt, bauen die Spannung im Bild auf, was den Betrachter festhält und verweilen lässt. Aber auch der richtige Zeitpunkt des Auslösers ist hier, meiner Meinung nach, entscheidend. Das der linke Fuß vollständig in der Luft ist bzw. zum nächsten Schritt ausholt baut die Dynamik im Bild auf und zeigt das der Herr in Bewegung ist. Das ganze lässt aus einer Alltagssituation ein einmaliges Bild entstehen.

Ralf hat durch die zusätzliche digitale Vignettierung dazu beigetragen das der Betrachter noch stärker auf das Hauptmotiv konzentriert wird. Die Gefahr bei vielen Streetbildern, besonders in Farbe, sind ablenkende Reklametafeln oder ähnliches im Hintergrund. Aber hier passt alles, die Werbung lenkt nicht ab, sondern versetzt die Hauptfigur in die richtige Straßenszene, damit der Betrachter diese nachempfinden kann. Über die Stärke der Vignettierung lässt sich mit Sicherheit reden, für meinen Geschmack darf es hier auch etwas weniger sein. Dies macht aber doch die persönliche Note des Fotografen aus.

In meinen Augen ein gelungenes Streetbild mit dem eigenen Touch des Fotografen. Besonders die Kombination aus hellen leuchtenden Straßenbild im Hintergrund

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Markus Lochner am 13. August 2010

Vor kurzem waren wir auf dem Nürnberger Bardentreffen unterwegs – ein kostenloses Musikfestival – und trafen dort auf  verschiedenste Fotografen bei der Jagd auf lohnende Konzertmotive.  Hierbei sah man sowohl einfache Amateurfotografen als auch Berufsfotografen die für die verschiedensten Agenturen arbeiteten. Der eine versuchte die Lichtstimmung durch seinen Blitz “einzufangen”, der andere wiederum durch Lichtstarke Objektive oder aber auch durch lange und kreative Belichtungszeiten.

Was am meisten auffällt ist das unterschiedliche Verhalten der Fotografen am Auslöser. So mancher Berufsfotograf muss nach einem Konzert mit schätzungsweise 1000-3000 (in Worten Eintausend bis Dreitausend) Bildern nach Hause kommen. Obwohl sich auch hier die Berufsfotografen unterscheiden. Auffällig sind die Herren der lokalen Presse bzw. der Presse-Agenturen: Diese besitzen die großen Kameras und nutzen die Leistungsstarken Serienbildmoduse aus und liefern ihrer Redaktion an einem Abend ein paar tausend Bilder ab. Der Vorteil hierbei ist, er kann sich relativ sicher sein ein paar gute Treffer dabei zu haben – zu mindestens ausreichend für das Print- oder Onlinemedium.

Auf der anderen Seite gibt es aber  auch die Berufsfotografen die speziell für Musikverlage fotografieren. Hier merkt man sofort das gezielt und überlegt abgedrückt wird. Hier komme ich nun auch auf mein eigentliches Thema. Lieber Masse statt Klasse oder wie man auch oft sagt Quantität vor Qualität?!?

Ich selbst stehe hinter dem Motto Qualität statt Quantität, allerdings bestätigen auch bei mir Ausnahmen die Regel.

Fairerweise muss man aber sagen, am Verhalten hinter der Kamera kann man nicht immer erkennen wer Berufsfotograf ist, oder “nur” seinem Hobby frönt. Das Equipment mancher Amateurfotografen muss sich hinter den Profifotografen oftmals nicht verstecken.

Doch zunächst zu den “Vielknipsern”: Was bringt es eigentlich seinen Auslöser weniger zu malträtieren und somit zu riskieren den Schuss des Tages zu verpassen ?

Prinzipiell bringt es gar nichts. Man verlässt sich auf den Glücksschuss und hofft das die Technik nicht versagt, nach ein paar Tausend Schuss am Tag. Das böse Erwachen kommt aber erst beim Sichten der Bilder, wer möchte sich schon zwischen 1000 Bildern seine 3-5 selektieren. Besonders der Entscheidungsprozess bei solch einer Selektion fällt nicht einfach wenn von jeder Situation mal eben 20 ähnliche Bilder existieren.

Warum sollte man also lieber auf Klasse schießen statt auf Masse? Das erste Argument habe ich oben schon angebracht, ich bringe einfach weniger Bilder nach Hause die von mir selektiert werden müssen. Aber auch das genaue Setzen des Ausschnittes um ggf. stimmungsvolles Bühnenlicht mit in die Bildkomposition aufzunehmen  ist durch das “langsame” fotografieren überlegter und konzentrierter. Auch lassen sich Fehler in der Belichtung viel früher und schneller erkennen wenn man mit Konzentration und Ruhe an sein Motiv geht.

Jetzt wird mit Sicherheit der eine oder andere sagen: “…aber nun laufe ich doch Gefahr die Szene des Abends zu verpassen !”. Dies ist in der Tat möglich. Wie ich aber oben schon erwähnt habe ist man konzentriert und kann das Geschehen auf der Bühne verfolgen. Eine gute Rampensau hat auch typische Stellen in seiner Performance bei denen der Musikkünstler z.b. springt oder mal das Publikum singen lässt. Diese Situationen lassen sich nach kurzer Zeit erahnen und dementsprechend kann man sich darauf einstellen. Es gibt hin und wieder auch Künstler die extra für die Fotografen im Bühnengraben eine kleine “Pose” einlegen, hier muss man dann eben im richtigen Augenblick zur Stelle sein.

Ich sagte eben “Geschehen verfolgen”, hier möchte ich kurz darauf eingehen: Man sollte diese Floskel durchaus mal wörtlich nehmen, man kann viele Situationen im richtigen Moment auf den Speicher bannen wenn man sein Ziel, in diesem Fall der Musikkünstler,  durch den Sucher verfolgt. Immer mit dem Finger auf dem Auslöser bereit, idealerweise mit einem Autofokus der sein Ziel verfolgen kann, so kann man eine Gestik, einen Ausdruck recht sicher einfangen und muss nicht erst die Kamera hoch reißen wenn sich eine gute Situation fürs Bild ereignet.

Das beherrschen des eigenen Fotoequipments  sind Grundvoraussetzung für gelungene Konzertfotos, da es jederzeit zu einmaligen Situationen kommen kann in deren man seine Kamera innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde auf das Motiv ausrichten muss, selbst wenn man sein Ziel ständig mit Blick durch den Sucher verfolgt. Lichtsituationen die sich sekündlich ändern können, müssen bei Bedarf im Setup angepasst werden.

Nun muss ich aber auch selbst zugeben das es Momente gibt wo ich doch auf Masse setze. Dies geschieht dann, wenn ich z.B. keine Künstlerische Bewegungsfreiheit habe bzw. ein Konzert hoffnungslos Überfüllt ist und kein Bewegen möglich ist. Dazu kommt noch, wenn die Bühne kein perfektes Licht bietet und somit der Autofokus hin und wieder versagt. Dann ist man froh wenn zwischen 20 gleichen Bildern 1 scharfes und ohne “Fremdkörper” im Bild entstanden ist.

Wie nun jeder einzelne damit umgeht, soll einem selbst überlassen sein. Man muss für sich entscheiden ob man lieber 1000 Bilder selektieren will oder überlegt und konzentriert an ein Motiv geht und sich dann nur zwischen 2 perfekten Bildern entscheiden muss. Ich persönlich versuche so oft wie möglich in Richtung Klasse statt Masse zu gehen, da ich es nicht leiden kann eine Vielzahl an Bildern zu sortieren. Aber wie oben schon beschrieben setze ich in wenigen Situationen auch mal auf Masse. Wie seht ihr das bzw. fotografiert Ihr auf Masse in der Hoffnung “das Bild” wird in der Serie dabei sein, oder versucht Ihr ganz gezielt das Bild auch in schwierigen Situationen zu komponieren und im richtigen Moment auszulösen ?


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Bjoern Gundermann am 01. August 2010

Zum 35. Mal findet das alljährliche Bardentreffen auf den Straßen und Plätzen der Nürnberger Altstadt statt.

An 3 Tagen finden sich bekannte, weniger bekannte aber talentierte Musikkünstler zusammen, die auf insgesamt 7 Bühnen das Publikum begeistern.

Grund genug auch für die PHOTOWORKERS hier fotografisch mitzuwirken. Konzertfotografie ein spannendes und herausforderndes Genre zugleich.

Man kommt insgesamt sehr nah an die Bühnen und die Künstler heran, vorausgesetzt man begibt sich pünktlich zur jeweiligen Spielstätte und “erkämpft” sich einen guten Platz in den vorderen Reihen.

Auch wenn manch einer mithilfe eines Presseausweises einen kleinen Vorteil sich erarbeiten konnte, so verfügen gerade mal 2-3 Bühnen über eigene Fotogräben. Durchkämpfen von Bühne zu Bühne muss man sich dennoch.

Viel spannender ist aber dann der rein fotografische Teil. Man steht nun vor der Bühne, mit prüfendem Blick versucht man sich ein Bild vom vorhandenen Bühnenlicht zu machen.  Man will den auftretenden Künstler bzw. die Band schließlich möglichst stimmungsvoll auf den Fotos verewigen. Stimmung, Atmosphäre das sind dann auch schon 2 Aspekte die es auf den Bildern schaffen müssen, auf den späteren Betrachter überzugehen.

Hier sieht man dann aber auch, wer auf den Bühnen eine echte “Rampensau” ist, die Bühne richtig rockt, oder wem auf den Bühnen dieser Welt noch etwas die Erfahrung fehlt, ein wenig schüchtern mit dem Publikum agiert.

Musiker und Fotografen haben eines gemeinsam: Beide möchten Künstler in Ihrem Schaffen sein, beide setzen Ihre Kunst mit viel Leidenschaft um. Und genau diese Leidenschaft kann man sichtbar machen. Etwa ein Gitarrist der naßgeschwitzt, in spektakulären Posen auf seinem Instrument die Saiten rupft, ein Sänger der mit geschlossenen Augen, geschwollener Halsschlagader seine Stimme dicht am Mikro zum Besten gibt, genau diese Momente gilt es für uns Fotografen zu erwischen und auf den Sensor zu bannen.

Fotografiert man zum ersten Mal ein Konzert, so ist man zugegeben am Anfang doch schnell mal überfordert. Wechselnde Lichtverhältnisse am laufenden Band, mal flinke mal langsame Bewegungen der Musikkünstler, die dicht gedrängten Fotografen um sich selbst herum, letztlich die Zuschauer denen man nicht mehr als nötig vor den Augen herumtanzen möchte, all das stellt zusammen mit dem benötigten Kamerasetup ein gutes Paket für Herausforderungen dar, bevor man überhaupt ein Foto gemacht hat.

Nehme ich nun ein Teleobjektiv, ein Weitwinkel, brauche ich etwas Lichtstarkes oder kann ich mich auf meinen Bildstabilisator verlassen ? Wie belichte ich, verwende ich die klassische Mehrfeldmessung, Spotmessung, wie weit kann ich meine ISO bei schlechten Lichtverhältnissen erhöhen. Fragen die sich sehr schnell in der Konzertfotografie auftun.

Eine Allgemeinantwort gibt es wohl leider nicht,  empfehlen kann man nur, ausprobieren, ausprobieren und besonders…ausprobieren.

Als persönliches Setup arbeite ich hierbei gerne mit Spotmessung, da ich auf die Gesichter ganz gezielt messe, ich aktiviere die Auto-ISO Funktion und gebe die Belichtungszeit vor, denn ich wünsche noch halbwegs schnelle Zeiten um auch bei schnelleren Bewegungen noch brauchbare Bilder zu erhalten.  ISO und Blende wählt somit dann die Kamera selbständig.  Den Fokusmodus lege ich auf AI-Servo (nennt sich zumindest bei Canon so),in diesem Modus habe ich die Möglichkeit bewegte Ziele mit dem Fokus zu “verfolgen” und bei Bedarf sofort auszulösen.

Es gibt sicherlich noch ganz andere Setup-Möglichkeiten, es würde aber wohl den Rahmen dieses Artikels sprengen, auf diese zahlreichen Möglichkeiten einzugehen.

Und selbst wenn ein Bild mal verrauscht, ein wenig unscharf geworden ist, so kann dieses Foto dennoch großartig sein, weil man im richtigen Moment ausgelöst hat und einen fesselnden Augenblick der den Betrachter berührt, einfangen konnte.

Unsere persönlichen Impressionen die wir übers Wochenende auf dem Bardentreffen sammelten, zeigen wir natürlich wie gewohnt in unserer Galerie.

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Bjoern Gundermann am 22. Juli 2010

Es war mal wieder soweit. Fotografieren unter erschwerten Bedingungen stand einmal mehr auf dem Plan.

Nachdem wir in Vergangenheit bereits eingeschränkt mit nur einer festgelegten Brennweite fotografierten, hatten wir uns diesmal dem Kampf gegen die Uhr gestellt.

Eine Location, beliebiges Equipment, aber eben nur 15 Minuten Zeit um vorort sein Bild zu finden, so sahen die Spielregeln aus.

Da 15 Minuten einen freien Fototag doch krass verkürzen, haben wir uns entschieden diese Challenge dafür an 3 verschiedenen Locations zu wiederholen. So konnten wir einen Klimatechnisch kühlen Samstag-Vormittag doch recht sinnvoll ausfüllen.

Ausgesucht hatten wir uns in Nürnberg 3 verschiedene Fotolocations:

1. Der Innenhof der ehemaligen Kongresshalle am Dutzendteich.

2. Der Schauplatz der Deutschen-Tourenwagen-Meisterschaft, der Nürnberger Norisring

3. Ein marodes Hallenkonstrukt im Nürnberger Süden

Wir fanden uns also in der ersten Location ein,  schon der erste Blick in den doch recht breit gestreuten Innenhof der alten Kongresshalle deutete an:  15 Minuten können in einem recht großen Areal wie diesem sehr sparsam bemessen sein :)

Den 15 Minuten-Timer auf dem Handy aktiviert, die Kamera im Anschlag, ging es nun mit dem Zeitdruck im Nacken auf Motivsuche. Wir waren nach Ablauf der 15Min. doch überrascht, wie schnell die Zeit nur so vorbei fliegt wenn man konzentriert auf die Jagd nach Motiven geht.

Wir wechselten die Location, nur um die Ecke gelegen lag uns nun der 2,3 km lange Rundkurs des Norisring zu Füßen.

Da 2,3 km in 15Min. zu erlaufen eine wohl unüberwindbare Hürde darstellte, haben wir uns für eine kleine “Spielregel-Änderung” entschieden:

Wir durften nach Ablauf der Zeit 1x den Standpunkt wechseln, dafür hatten wir an beiden gewählten Standpunkten nur 10Min. festgelegt die uns zum fotografieren zur Verfügung standen.

Zum Abschluss dieser Session ging es dann noch auf ein marodes Industriegelände. Ein völlig anderes Motivszenario. Musste man beim Norisring noch verhältnismäßig lange nach einem möglichen Motiv suchen, so wurde man hier inmitten maroder Bausubstanz von Motivdetails schier erschlagen.  15 Minuten blieben uns, um hier mit dem Auge eine gewisse Ordnung auf dem Gelände zu schaffen.

Der ein oder andere wird sich nun fragen: Warum sind die so bekloppt und hetzen sich in 15Min. durch ein Shooting ?

Wir hatten beim vergangenen Festbrennweiten-Walk schon die Erfahrung gemacht, dass solche Einschränkungen doch ein wenig dazu “zwingen”, den fotografischen Blick genauer zu fokussieren. Man muss unter gegebenen Umständen mit dem auskommen, was man hat. Und wenn es wie jetzt in dieser Challenge nur ein Zeitfenster von 15 Minuten ist.

Man durfte sich in dieser Zeit nur wenig ablenken lassen, selbst die Überlegung ob man nicht  kurz ein anderes Objektiv anflanscht konnte unnötige Zeit verstreichen lassen.  Dieser Umstand hatte aber den entscheidenden Vorteil dass man sich deutlich intensiver auf die unmittelbare Motivumgebung einließ.

Das Fazit am Ende dieses Vormittags:

Es hat trotz dieser zeitlichen Einschränkung sehr viel Spaß gemacht genau dieser Herausforderung zu trotzen, bei Sichtung der Bilder Zuhause hatten sich dann doch einige Bilder gefunden die wir wie gewohnt in unserer Galerie präsentieren wollen.

Eine Fortsetzung dieser 15 Min. Challenge wird es in jedem Falle in naher Zukunft geben, dann vielleicht noch mit der Steigerung, eine vorgeschriebene Brennweite mit vorgeschriebener Shooting-Zeit zu kombinieren.

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Bjoern Gundermann am 15. Juli 2010

Ich möchte mit diesem Artikel Olivers Aufruf zu seiner Blogparade auf fotolism.us folgen.  Er hat sich ein interessantes Thema ausgesucht, Blitzen mit einem oder mehreren Blitzen, hierzu möchte ich gerne 2 Bilder näher erläutern, insbesondere die Entstehungsgeschichte hinter den Bildern.

Das erste Bild von Model Tabea ist draußen on Location entstanden. Eine kleine verfallene Hütte bildete mit den strukturreichen Holzdielen an den Wänden eine spannende Kulisse für dieses Foto.

Das Model sollte sich in diese Szenerie einfügen, der hölzerne Hintergrund durfte nur dezent um das Model hervortreten.

Und hier kommen wir gleich zum Thema, diese Szene muss entsprechend ausgeleuchtet werden.

Wir entschieden uns beim Shooting dafür, mit 2 externen Lichtquellen zu arbeiten. Teure Studioblitze hatten wir nicht im Equipment, wir bedienten uns an Systemblitzen wie sie im Normalfall auf der Kamera aufgesteckt betrieben werden.

Diese hatten wir per Funk allerdings dann entfesselt von der Kamera ausgelöst, so lässt sich ein gewünschter Lichtaufbau doch recht angenehm umsetzen.

Wir hatten das Hauptlicht von vorne links auf das Model gerichtet. Damit ein weicher Lichtverlauf erzielt werden konnte,koppelten wir einen 110cm Durchlichtschirm vor den Aufsteckblitz.

Im Making of leider nicht ganz zu sehen hatten wir von rechts außerhalb des Holzverschlags noch einen weiteren Systemblitz, allerdings ohne Lichtformer postiert. Dieser lief unter ganz geringer Leistung und sollte nur nochmal einen kleinen Akzent auf Haare und Hintergrund setzen.

Blende und Belichtungszeit legte ich in der Kamera manuell fest, in diesem Fall verwendete ich bei 93mm eine Blende 8 und 1/200 bei ISO100.

Ein weiteres Bild zeigt Model Anja ebenfalls bei einem Shooting on Location in einer leerstehenden Halle.In dieser Halle fand sich ein Telefonzellen anmutender Holzverschlag. Ideal für einen Portraitversuch mit 2 Blitzen.

Das Lichtsetup glich der klassischen Lichtzange. Das Hauptlicht, in diesem Fall eine 60×60 Ezybox leuchtete das Model von vorne rechts mit angenehm weichen Licht aus, während ein weiterer Blitz von hinten links einen kräftigen Akzent als Haarlicht setzte,  wie im ersten Bild auch ohne weiteren Lichtformer.

Auch hier wurde die Kamera wieder rein im manuellen Modus betrieben. Bei 127mm Brennweite,  wählte ich Blende 4.5  und 1/200 bei ISO100.

Auf Kameraautomatiken verzichte ich bei Blitzshootings ganz bewusst, denn man hat kontrollierte konstante Lichtverhältnisse. TTL-Messung würde bei den Blitzen nicht funktionieren da diese entfesselt via Funksignal ausgelöst wurden. Funk überträgt aber keinerlei TTL-Signale.

Da wir auch keinen externen Belichtungsmesser zur Hand hatten, mussten wir uns praktisch an das fertige Lichtsetup “heranblitzen”. Blende und Zeit gibt man meist vor, den Rest regelt man dann am Blitz und dessen Abstand zum Motiv.

Was man bei entfesselten Systemblitzen ein wenig vermisst ist das sogenannte Einstelllicht. Dieses hat bei richtigen Studioblitzen den enormen Vorteil dass man bereits ohne Kamera erkennen kann wie das Licht auf das Motiv fällt und entsprechend dann an den Einstellungen von Blitz/Lichtformer reagieren kann.

Aber mit etwas Übung und Geduld lassen sich auch die kleinen Aufsteckblitze sehr gut bedienen, Lichtformer hierfür gibt es mittlerweile sehr ähnliche wie bei den großen Studioblitzen auch.

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Bjoern Gundermann am 13. Juli 2010

Mystisch anmutende, wie vom Nebel verschlungene Meereslandschaften.

Bachläufe die fast schon kitschig an Märchenhafte Paradiesumgebungen erinnern.

Dieser Nebeleffekt bei nicht stehenden Gewässern beruht darauf, dass jegliche Bewegung des Wassers, seien es Meereswellen oder Bachläufe, durch entsprechend lange Belichtungszeiten zunehmend verschwimmt, krass gesagt, die Bewegungsunschärfe nimmt so stark zu, dass am Ende nur sichtbarer „Nebel“ bleibt. Spannend wird es hierbei natürlich wenn starre erkennbare Elemente wie Steine und Felsen in die Bildkomposition mit einfließen.

Wie lange wird nun für diesen Effekt belichtet?

Nun, das hängt ganz davon ab, wie stark der Nebeleffekt sichtbar sein soll.

Es gibt viele Leute die möchten das Wasser nicht komplett im Nebel verschlungen sehen, sie möchten noch halbwegs erkennbare Wellen am Meer erkennen. Hierfür rate ich zu einer Belichtung von nur wenigen Sekunden, oder noch knapper. Experimentieren mit den Belichtungszeiten ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Möchte man den Wassernebel aber richtig intensiv im Bild, fernab der Realität abbilden, so kann die Belichtungszeit auch bis in den Minutenbereich gelangen.

Hauptentscheidend ist in jedem Falle, wie viel Licht ist vorhanden, wie lange ist es mir überhaupt möglich maximal zu belichten?

Zu später Stunde am Abend kommt man auch ohne weitere Hilfsmittel schnell in die gewünschten Langzeitbelichtungen, aber am helllichten Tage, wird es schwierig für mehrere Sekunden eine Szene zu belichten, dies ist aber zwingend notwendig um den gewünschten Nebeleffekt zu erhalten.

Lösung hierfür ist der sogenannte Graufilter, der in klassischer Form am Objektiv ins Filtergewinde eingeschraubt wird.

Je nach Stärke des Graufilters wird das Licht nun mehr oder weniger vermindert durch das Objektiv auf den Sensor geleitet. Man kann sich das ähnlich einer starken Sonnenbrille vorstellen, die Umgebung wird sofort spürbar dunkler wahrgenommen, d.h. im Umkehrschluss, die Belichtungsmessung der Kamera wird mit aufgesetztem Filter die Belichtungszeiten entsprechend der Stärke des Filters verlängern.

Der Verlängerungsfaktor der Belichtungszeit ist im Normalfall in der Produktbeschreibung des Filters angegeben, z.B. gibt es Graufilter mit Faktor 4x, 8x, aber auch 64x oder gar 1000x.

Letzteren mit Faktor 1000x besitze ich und ist in der Wirkung schon recht extrem. 1000x heißt, die gemessene Belichungszeit ohne aufgesetzten Filter wird um den Faktor 1000 verlängert.

Zum Beispiel werden aus einer 1/250s gleich mal  4 lange Sekunden,  man kann sich vorstellen wie dunkel dieser Filter sein muss. Man sollte sich vorher Gedanken darüber machen, wir stark der Graufilter das Licht schlucken soll. Ein kleinerer Verlängerungsfaktor dürfte in der Handhabung etwas einfacher sein.

Und genau hier treffen wir auf ein Problem bei den sehr starken Graufiltern. Sieht man bei aufgeschraubtem Filter durch den Kamerasucher, so erkennt man auch bei hellem Tageslicht so gut wie nichts mehr.  Somit kann auch die Kamera nicht mehr korrekt messen und schon gar nicht ordentlich fokussieren.  Das ganze verhält sich ähnlich als wenn man den Objektivdeckel vergessen hat von der Frontlinse abzunehmen.

Was also tun?

Es gibt 2 Lösungsansätze die ich beide mit Erfolg durchführen konnte:

  1. Sollte die Kamera über eine Liveview-Funktion verfügen, so kann man versuchen mittels Bild am Display das Motiv anzumessen und zu fokussieren. Auf dem Display nimmt man noch eher Bildinformationen wahr, als beim Blick durch den völlig dunklen Sucher.   Wenn dies klappt, nur noch auslösen und man hat ein entsprechend korrekt langzeitbelichtetes Bild am Tage.
  1. Wenn der Trick mit Liveview nicht funktioniert, kein Liveview vorhanden ist, muss man der Kamera Arbeit abnehmen. Ich muss selbst fokussieren, meine benötigte Belichtungszeit selbst ermitteln und eingeben. Dazu nehme ich den Graufilter zunächst vom Objektiv, fokussiere mein Motiv und schalte den Autofokus ab in den manuellen Fokus. So verstellt mir die Kamera später nicht meine gewünschte Schärfeebene.

Die gemessene Belichtungszeit notiere ich mir und multipliziere sie mit dem Faktor des verwendeten Graufilters. Hat die Kamera also ohne Filter als Zeit z.B. eine 1/400s ermittelt, so wird bei Faktor 1000x eine Zeit von 2,5 Sekunden. Die eingestellte Blende bleibt gleich.

Mit dieser Information setze ich den Graufilter wieder aufs Objektiv, und gebe im Modus M der Kamera den Blendenwert und den errechneten Belichtungswert manuell ein, ich muss ja auf die nicht funktionierende Kameraautomatik verzichten.

Die meisten Kameras lassen eine Zeit von maximal 30s zur Eingabe zu, bei noch längeren Belichtungszeiten muss man in den sogenannten Bulb-Modus wechseln, bei Canon dreht man im M-Modus so lange an der Zeit bis am Ende ein „B“ für Bulb erscheint.  Aktuellere Kameras wie zum Beispiel die 5DMKII besitzen einen eigenen B-Modus am Einstellrad. Im Bulb-Modus kann man dann solange belichten wie gewünscht bzw. ermittelt, sei es durch halten des Auslösers oder durch den Einsatz eines Fernauslösers mit Feststellfunktion.

Somit sollte auch jetzt ein korrekt langzeitbelichtetes Bild gelingen.

Damit ich mir nicht jedes Mal mühsam die Belichtungszeit errechnen muss, habe ich mir eine kleine Tabelle angefertigt, auf der die umgerechneten Zeitwerte aufgelistet sind.

Zum Schluss noch ein fotografisches Making Of und einige hilfreiche Tipps für gelungene Langzeitbelichtungen.

  • Unbedingt ein Stativ verwenden,  besonders ab dem Sekundenbereich
  • Einschalten der Spiegelvorauslösung kann ein leichtes Verwackeln durch den Spiegelschlag verhindern.
  • Auch der Einsatz eines Fernauslösers ist für wackelfreie Aufnahmen von Vorteil
  • Niedrigste eingestellte ISO an der Kamera sorgt für umso rauschärmere Bilder. Lieber länger belichten.



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Bjoern Gundermann am 05. Juli 2010

Auch in diesem Monat möchten wir von PHOTOWORKERS.org einen Photowalk unternehmen, zu dem wir Euch wieder ganz herzlich einladen möchten.

Gemeinsam wollen wir wieder auf kleine fotografische Entdeckungstour in der Nürnberger Altstadt gehen.Und hiermit sind wir schon beim Thema. Wie bereits beim vergangenen  Photowalk, wollen wir auch in diesem Monat etwas mehr Spannung aufbauen in dem wir uns einem ganz bestimmten Thema widmen.

Das Thema unter dem der 2.PPW stattfindet heißt “Nürnbergs Burgviertel”.

Das Burgviertel in der Nürnberger Altstadt bietet mit seinen zahlreichen mittelalterlichen Gassen eine Menge Möglichkeiten spannende Motive zu entdecken. Ein ganz besonderer Charme überkommt einem beim Spaziergang durch das Burgviertel, man vergisst für einen Augenblick dass man sich eigentlich in einer Großstadt befindet.

Daher möchten wir mit Euch zusammen viele fotografische Eindrücke rund ums Burgviertel sammeln.

Wir haben  für die Photowalks  die Möglichkeit geschaffen, die Bilder in einem gemeinsamen Sammelpool in Flickr hochzuladen, zu betrachten und zu kommentieren. Hierzu folgt bitte diesem  Link und meldet Euch einfach an unserer Flickr-Gruppe an (Flickr Account vorrausgesetzt).
Wenn Ihr wollt dass eure Bilder auch auf unserem Blog gezeigt werden, setzt bitte für den kommenden Photowalk folgendes Tag in Eurer Flickr-Fotos:
photoworkersphotowalk:walk=2

Hier wie versprochen noch die genauen Infos zum 2. PPW:

Termin: Sonntag 11.Juli 2010 10:00 Uhr
Treffpunkt: Direkt auf dem Platz vor der Lorenzkirche.

Ende: Grob gegen 14:00 Uhr, je nachdem wie wir mit der Gruppe voranschreiten.
Es bietet sich im Anschluss des Photowalks an, gemeinsam noch irgendwo einzukehren. Näheres dann vorort.

Falls es noch Fragen oder Unklarheiten zum Photowalk geben sollte, könnt Ihr diese gern per Mail an uns richten:
mail@photoworkers.org

Viele Grüße
Eure PHOTOWORKERS

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Markus Lochner am 03. Juli 2010

2300 Meter und das 82 mal am Stück. Das erwartet auch in diesem Jahr wieder die Fahrer der DTM, auf dem einzigen Stadtkurs der Deutschen Tourenwagen-Masters, dem Norisring in Nürnberg.

Für das ganze Wochenende sind die öffentlichen Straßen rund um die Steintribüne des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes gesperrt und nur für Rennwägen freigegeben. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Km/h wird aufgehoben und die Wagen beschleunigen bis auf über 270 km/h.

Ein Schmankerl für die Fränkische Fotoszene, üben von Mitziehern der vorbei rasenden Boliden, oder einfach dem Einfangen der züngelten Auspuff-Flammen, hervorgerufen durch kurze Zündunterbrechungen beim Runterschalten vor langsamen Kurven, wie zum Beispiel bei der 180 Grad Grundig-Kehre – ein wahrer „Flammen-“Tipp.

Für begeisterte Fotografen bietet sich am Rennwochenende idealerweise der Freitag an, der Tag des freien Trainings der DTM. Aber auch der Tag der Qualifikationen der kleineren Klassen. Für ein paar Euro kann man sich im ganzen Gelände frei bewegen, jede Tribüne frei wählen oder auch einfach nur auf Autogramm-/Fotojagd von Rennfahrern im Fahrerlager gehen.

Es gibt wohl kaum eine Strecke an der man dem Renngeschehen so nah ist.

Auch wir, die PHOTOWORKERS Nürnberg, haben uns diesen Event nicht entgehen lassen. Genauso wie unsere Freunde von PHOTOWALKINGMUNICH, die extra hierfür aus München angereist sind. Einige Impressionen präsentieren wir Euch in unserer Galerie.

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Markus Lochner am 30. Juni 2010

Heute möchte ich gerne eine öffentliche Bildbesprechung beginnen, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen wird. Ich möchte darin vor allem subjektive als auch objektive Eindrücke, des zur Besprechung stehenden Bildes, erörtern und auf spezielle Punkte besonders eingehen. Über Feedback Eurerseits würde ich mich sehr freuen, denn dies bietet uns auch eine Menge Möglichkeiten über verschiedene Ansatzpunkte gemeinsam zu diskutieren. Auch darf die Meinung des Autors analysiert werden, da nicht alles was wir schreiben immer korrekt sein muss.

Für die heutige Bildbesprechung habe ich mir ein Bild meines langjährigen Foto-Partner Björn Gundermann ausgewählt. Er war vor kurzem an der Ostsee und brachte unter anderem diese Impression mit. Um den Farben etwas mehr Kraft zu geben hat er hierfür einen Polfilter aufgesetzt.

The Rock | Björn Gundermann

Anfangs wirkte die Fotografie etwas erschlagend auf mich: Ein riesiger Fels der die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Allerdings nach einiger Zeit erschließt sich einem der restliche Teil der Bilder, was ein typisches Wattenmeer zeigt mit den Formen und Linien der Gezeiten. Im Hintergrund erstreckt sich das weite Watt-Land und am Horizont ganz geringe aber klar zu erkennende Wölkchen.

Die weitwinklige Aufnahme lässt den ersten Stein überdimensional groß erscheinen und erweckt dadurch das Interesse des Betrachters. Dieser fragt sich: Gibt es so große Steine? Wie groß bin ich überhaupt selbst bei dieser Perspektive? Die wahre Größe lässt sich nur erahnen, aber beim zweiten Blick doch ganz gut abschätzen durch die „Dünen“ im Sand. Wer schon mal im Watt war weiß wie groß diese Rillen sind.

Besonders das Spiel mit der geringen Brennweite lässt den Betrachter staunen und verweilen da er für sich dieses Bild erst richtig einordnen muss in seine Größenvorstellungen. Aber auch die vielen Strukturen und „Sehenswürdigkeiten“, was das Watt zu bieten hat, lassen den Betrachter verweilen.

Das Bild besticht zum einen durch die satten Farben, die einen fast schon den Sommer in den Bildschirm kommen lässt. Aber auch durch die Klarheit in den Strukturen des Bodens bzw. der Steine.

In der Bearbeitung setzt Björn klare aber dezente Akzente und lenkt den Betrachter durch die leichte Vignettierung gerade zu ins Watt. Aber der Kontrastreiche Verlauf im Himmel, von fast schwarz zu hellem Himmelsblau ist ein Hingucker.

Das Bild lebt aber auch die starken Kontraste, zwischen hell und dunkel. Stellenweise klar hell an anderen hingegen aber sehr duster und schon fast geheimnisvoll. Dem großen Stein ist schon fast eine Erleuchtung zuzusprechen, so wird dieser durch das Licht in den Vordergrund gerückt.

Wo ich hingegen ein kleines Manko des Bildes sehe ist die rechte Seite, hier hätte ich doch in der späteren Bearbeitung eingegriffen und den kleinen durchschauenden Hintergrund abgedunkelt um den Betrachter klar im linken Bildteil zu halten. Denn hat man mal diese helle Lücke im dunklen rechten Teil entdeckt schaut man doch öfters darauf und verliert den restlichen Teil des Bildes schon fast aus den Augen.

Ich finde das alles wirkt gerade erst durch die Verzerrung des Weitwinkels. Vorne alles riesig und hinten alles klein, wobei die Entfernungen und Größenunterschiede der ganzen Steine nur minimal sind. Aber auch die Strukturen geben dem Betrachter viel Raum zum entdecken und deuten. Gerade vor dem 2. großen Stein am linken Bildrand treffen sich Augenscheinlich 3 Strukturen. Diese sehen aus wie 3 Viertelkreise wo mit dem Zirkel in verschiedenen Radien eine Linie gezogen worden ist. Und diese überlagern dort teilweise und zeigen ein kleines Spiel der Natur bzw. der Strömung.

In meinen Augen ein gelungenes Bild, dass den Betrachter einige Zeit fesselt und zum Nachdenken anregt. Aber auch Genießer lädt es ein sich vom Licht und Meer der Ostsee verzaubern zu lassen.

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