Viele Fotografen können sich noch an die “guten alten” Zeiten erinnern, weit vor dem digitalen Zeitalter. Man ging bewaffnet mit Analogknipse und 36er Film auf Fotopirsch, musste den Film dann im Labor zur Entwicklung abgeben und freute sich ein paar Tage darauf, die fertig entwickelten Bilder in Händen zu halten.
Gerade diese Vorfreude auf die fertigen Bilder kennt man in der schnelllebigen Zeit der Digitalfotografie eigentlich so gut wie gar nicht mehr. Man schießt ein Foto, kann es sofort auf dem Kameradisplay betrachten, oder dann eben Zuhause in großem Format auf dem Monitor.
Wir wollten dieses alte Gefühl der Vorfreude auf die fertig entwickelten Bilder wiederherstellen, wir überlegten uns wie wir die “analogen” Zeiten simulieren könnten. Markus und ich haben bei unserer letzten Fototour dann in unserer Kamera das Display einfach mal abgeschalten, somit die automatische Voransicht deaktiviert,eine sofortige Bildkontrolle war ab diesem Zeitpunkt nun nicht mehr möglich.
Damit aber auch die Vorfreude auf die Bildentwicklung aufkommt, haben wir beide auch die Rolle des Fotolabors übernommen, d.h. ich habe nach dem Fototrip die Bilder von Markus entwickelt, er dafür die Speicherkarte aus meiner Kamera mit nach Hause zum entwickeln genommen.
Somit waren wir beide im Anschluss sehr gespannt darauf, wie die eigenen Bilder enwickelt werden würden. Ist überhaupt technisch brauchbares Material auf der Karte vorhanden ? Denn dadurch dass wir die Displayansicht in der Kamera deaktiviert hatten, konnten wir natürlich auch nicht prüfen ob die Belichtung in Ordnung war oder der Schärfepunkt dort sitzt wo wir uns diesen gewünscht hätten. Analogfeeling pur stellte sich sehr schnell ein beim Einfangen der ersten Schnappschüsse. Es war schon sehr ungewohnt nicht aufs Display zu kucken, oft war der Finger zwar auf der “Bild anzeigen” Taste, aber schnell wurde man vom anderen Fotopartner “ermahnt” dies nicht zu tun. Hach was waren das für schöne digitale Zeiten in denen man sofort das fertige Bild in seiner Kamera betrachten konnte
Große Spannung baute sich die Tage nach unserem Fototrip auf. Ich wartete gebannt auf die erlösende Email von Markus mit den fertig “entwickelten” Bildern, auch er saß schon wie auf “glühenden Kohlen”, während ich seine Bilder fleißig in meinem digitalen “Labor” entwickelte.
Dann endlich kam die erwartete Mail mit den fertigen Fotos, endlich konnten wir unsere eigenen Bilder betrachten und wir beide waren am Ende positiv sehr überrascht, was der andere aus den eigenen Bildern herausentwickelt hat. Interessant fanden wir an dieser Aktion diesmal den Aspekt, dass die eigenen Bilder mit dem Bearbeitungsstil des anderen praktisch vereinigt wurden. So konnte man auf den Bildern zwar durchaus sein eigenes fotografisches Auge wieder erkennen, nur diesmal eben in etwas anderer Optik
Wie immer könnt Ihr die daraus entstandenen Bilder in unserer Galerie betrachten.
Die Namen unter den Bildern sind der jeweilige Fotograf zum Foto, Bearbeitung stammt dann jeweils vom anderen Partner.
Tags: Analog, Digital, Entwicklung, Fotolabor, Kameradisplay


[...] Hierbei haben wir uns 2 interessanten Herausforderungen im Rahmen der Photoworkers gestellt: Back to the Roots – Digital Analog fotografieren und Gegen die Zeit IV – Bamberg in [...]
@Sebastian:
natürlich machen wir solche Aktionen nicht ständig. In diesem Falle haben wir diese “analog” Simulation nur mal für eine Stunde bei unserem Fototrip durchgeführt, hierfür hatten wir auch seperate Speicherkarten zur Hand. Auf Dauer ist die Digitalfotografie schon weit bequemer.
Aber eine spannende Erfahrung war es allemal, man verliert ja nichts dabei. Und wie Du schon sagst, eigentlich total durchgeknallt, drum lieben wir solche Aktionen
Gruß
Björn
Ich glaub ich würde bei dem spaß einmal mitmachen, aber auf Dauer wär mir das zu unsicher mit den Fotos. Man hat sich einfach an die bequeme Art gewöhnt es gleich zu kontrollieren.
super idee und klasse umsetzung. danke für die anregung, das werde ich und ein freund auch mal machen.