Wie versprochen hier nun der 2. Teil meiner kleinen Berlin Rezension.

Wer es etwas edler und gediegener mag, dem empfehle ich das Gebiet rund um die U-Bahn Station “Französische Straße”, gelegen im Bezirk “Mitte”.

Reizvoll fand ich hier schon den Zugang zur U-Bahnstation der wie auf einer Insel gelegen mitten auf der 4 spurigen Hauptstraße liegt. Die ziervollen U-Bahnschilder in der Mitte zusammen mit den prachtvollen Gebäuden am Straßenrand lädt zu einer Bildkomposition einer Straßenszene ein.

Unweit am Gendarmenmarkt, ein wunderschön gestalteter Platz in Berlin, kann man den Französischen Dom besichtigen. Besonders beeindruckt hat mich hier der begehbare Turm der durch Backstein-Mauerwerk eine interessante Struktur besitzt. Möchte man als Fußkranker :) aber nicht die vielen vielen Treppen hoch in den Glockenturm schreiten, so kann man auch von unten interessante Bilder kredenzen.

Hierzu empfehle ich auch ein großzügiges Weitwinkel, dazu den Kopf steil in den Nacken gelegt und mit ruhiger Hand ran ans Werk. Das Licht ist leider sehr spärlich, ob der Einsatz eines Stativs erlaubt ist, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ich musste mangels Dreibein, Freihand und erhöhter ISO auskommen.

Wer mutig ist, zum edlen aufgeräumten Bezirk Mitte ein krasses Kontrastprogramm zu erleben, der sollte mit der U-Bahn Richtung Schöneberg fahren,  genauer Haltestelle “Bülowstraße”.

Unweit in der Pallasstraße entdeckt man einen breiten mehrstöckigen Bau der sich wie ich langer Blockriegel über die Pallasstraße spannt. Das heute genannte “Pallaseum”, früher “Berliner Sozialpalast”, bietet Platz für etwa 2000 Menschen.

Ich muss gestehen, hier fühlte ich mich im eigenen Lande dann doch sehr fremd, der Migrantenanteil ist in dieser Ecke extrem hoch, wie ich erfuhr gehört das Viertel durchaus zu den sozialen Brennpunkten Berlins.

Da ich aber nicht nur das schöne bequeme Leben fotografieren wollte, gehörte für mich dieses Viertel welches ich Respektvoll betrat, aber auch zu meiner Berlin Serie dazu.

Ich hatte bis dato noch nie so viele Satelliten-Schüsseln an einem Gebäude gesehen, wie hier am Pallaseum :)

Um die einzelnen Gebäudeteile optisch noch enger zu verdichten, setzte ich eine Telebrennweite ein,  denn diese Enge mit so vielen Menschen auf relativ kleinem Raum, das wollte ich in den Bildern verdeutlichen.

Bevor ich zum Abschluss komme, möchte ich meine beiden persönlichen Lieblingsecken in Berlin vorstellen:

Sehr bekannt dürfte der Alexanderplatz sein, direkt neben dem Fernsehturm der bereits aus der Ferne immer wieder gut zu erkennen ist. Hier am “Alex” pulsierte für mein Empfinden das Leben in Berlin mit am deutlichsten. Klar, der Alexanderplatz bietet mit seinem S-Bahn, U-Bahn Anschluss und umliegenden Einkaufszentren einen wichtigen Knotenpunkt in Berlin.

Hier kann man sich fotografisch mal richtig austoben.  Für spannende Architektur bietet sich ein Besuch der Galeria Kaufhof an, deren Deckenkonstruktion im Inneren des Konsumtempels ist schon ein beeindruckender Eyecatcher.

Auf dem Alexanderplatz selbst frönte ich wieder ein wenig der Street-Fotografie. Menschen die hastig von A nach B eilen, oder gemütlich flanieren, Straßenkünstler die Ihr Programm vor Publikum zum Besten geben, all das lässt fotografisch sicher keine Langeweile aufkommen.

Mir als Franke fiel besonders auf dass man als Fotograf in den Berliner Straßen wohl durchaus akzeptiert wird. Gerade bei Straßenszenen die ich fotografierte, auf denen natürlich auch Menschen Teil dieser Szenen sind, wurde ich nicht ein einziges Mal böse angesprochen oder mit abwertenden Blicken gestraft.

Hier in Nürnberg erlebt man die etwas griesgrämige verschlossene Mentalität der Franken, da reicht teilweise schon das zücken der Kamera um entsprechend skeptische bis hin zu verachtenden Blicken zu ernten. Ich weiß, ich verurteile hier das Frankenland, aber diese Nord zu Süd Mentalität blieb mir in Ihren Unterschieden nicht verborgen.

Ein durchaus spannendes Viertel ist der Bezirk “Prenzlauer Berg”. Für mich als Nicht-Berliner ist hier ein Stück echtes Berlin noch erhalten. Geprägt durch überwiegend Altbauten ohne hinzugebaute moderne Architektur bietet die Ecke für mich ein ganz eigenes Flair.

Obwohl auch hier Graffiti fast jede Wand ziert, empfand ich diesen Ortsteil nicht als ungemütlich. Prenzlauer Berg ist eine ehrliche Ecke, eben ein Berliner Original. Hier empfehle ich mit der U-Bahn anzufahren, von dort auch in die kleinen Nebenstraßen zu blicken, überall gibt es neue spannende Details zu entdecken.

Berlin hat mich ganz sicher noch nicht das letzte Mal gesehen, zu viele interessante Ecken gibt es noch zu entdecken.

Tags: , , , , , ,

Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>