Ich möchte mit diesem Artikel Olivers Aufruf zu seiner Blogparade auf fotolism.us folgen. Er hat sich ein interessantes Thema ausgesucht, Blitzen mit einem oder mehreren Blitzen, hierzu möchte ich gerne 2 Bilder näher erläutern, insbesondere die Entstehungsgeschichte hinter den Bildern.
Das erste Bild von Model Tabea ist draußen on Location entstanden. Eine kleine verfallene Hütte bildete mit den strukturreichen Holzdielen an den Wänden eine spannende Kulisse für dieses Foto. 
Das Model sollte sich in diese Szenerie einfügen, der hölzerne Hintergrund durfte nur dezent um das Model hervortreten.
Und hier kommen wir gleich zum Thema, diese Szene muss entsprechend ausgeleuchtet werden.
Wir entschieden uns beim Shooting dafür, mit 2 externen Lichtquellen zu arbeiten. Teure Studioblitze hatten wir nicht im Equipment, wir bedienten uns an Systemblitzen wie sie im Normalfall auf der Kamera aufgesteckt betrieben werden.
Diese hatten wir per Funk allerdings dann entfesselt von der Kamera ausgelöst, so lässt sich ein gewünschter Lichtaufbau doch recht angenehm umsetzen.
Wir hatten das Hauptlicht von vorne links auf das Model gerichtet. Damit ein weicher Lichtverlauf erzielt werden konnte,koppelten wir einen 110cm Durchlichtschirm vor den Aufsteckblitz.
Im Making of leider nicht ganz zu sehen hatten wir von rechts außerhalb des Holzverschlags noch einen weiteren Systemblitz, allerdings ohne Lichtformer postiert. Dieser lief unter ganz geringer Leistung und sollte nur nochmal einen kleinen Akzent auf Haare und Hintergrund setzen.
Blende und Belichtungszeit legte ich in der Kamera manuell fest, in diesem Fall verwendete ich bei 93mm eine Blende 8 und 1/200 bei ISO100.
Ein weiteres Bild zeigt Model Anja ebenfalls bei einem Shooting on Location in einer leerstehenden Halle.In dieser Halle fand sich ein Telefonzellen anmutender Holzverschlag. Ideal für einen Portraitversuch mit 2 Blitzen.
Das Lichtsetup glich der klassischen Lichtzange. Das Hauptlicht, in diesem Fall eine 60×60 Ezybox leuchtete das Model von vorne rechts mit angenehm weichen Licht aus, während ein weiterer Blitz von hinten links einen kräftigen Akzent als Haarlicht setzte, wie im ersten Bild auch ohne weiteren Lichtformer.
Auch hier wurde die Kamera wieder rein im manuellen Modus betrieben. Bei 127mm Brennweite, wählte ich Blende 4.5 und 1/200 bei ISO100.
Auf Kameraautomatiken verzichte ich bei Blitzshootings ganz bewusst, denn man hat kontrollierte konstante Lichtverhältnisse. TTL-Messung würde bei den Blitzen nicht funktionieren da diese entfesselt via Funksignal ausgelöst wurden. Funk überträgt aber keinerlei TTL-Signale.
Da wir auch keinen externen Belichtungsmesser zur Hand hatten, mussten wir uns praktisch an das fertige Lichtsetup “heranblitzen”. Blende und Zeit gibt man meist vor, den Rest regelt man dann am Blitz und dessen Abstand zum Motiv.
Was man bei entfesselten Systemblitzen ein wenig vermisst ist das sogenannte Einstelllicht. Dieses hat bei richtigen Studioblitzen den enormen Vorteil dass man bereits ohne Kamera erkennen kann wie das Licht auf das Motiv fällt und entsprechend dann an den Einstellungen von Blitz/Lichtformer reagieren kann.
Aber mit etwas Übung und Geduld lassen sich auch die kleinen Aufsteckblitze sehr gut bedienen, Lichtformer hierfür gibt es mittlerweile sehr ähnliche wie bei den großen Studioblitzen auch.
Tags: Blitz, entfesselt, Fotografie, outdoor, Portrait, Strobist


Sehr schöner Beitrag, danke für die Ausführungen! Das erste Bild gefällt auch mir von allen am besten.
Grüße
Carsten
@Bernd:
die Nachbearbeitung im einzelnen zu erklären würde zum einen den Rahmen sprengen, zum anderen arbeite ich sehr intuitiv und somit im Nachhinein schwer nachvollziehbar
Die Augen von Model Tabea sind von Natur aus schon fesselnd, daher wollte ich auch dieses Portrait.Klar, ein wenig in der Leuchtkraft der Augen hab ich mittels abwedeln/nachbelichten schon nachgeholfen. So sollte Ihr Ausdruck noch nen Tick fesselnder werden.
Wichtig ist aber in jedem Fall dass von vornherein das Licht passt und die fotografische Grundlage für eine weitere Nachbearbeitung geschaffen ist.
Im groben hab ich an der Farbbalance geschraubt um nen kühlen Touch zu erhalten, am Ende noch ne leichte Vignettierung eingefügt.
Viele Grüße
Björn
Hi Bjoern,
das ist eine sehr schöne Erklärung zu den Bildern. Das erste Bild hat mich total gefesselt, als ich es gesehen habe. Was hast du denn alles an Nachbearbeitung durchgeführt? An den Augen wurde doch sicherlich gespielt oder? Falls nicht, hat das Model einfach klasse Augen
Gruß Bernd
[...] Photoworkers Nürnberg (photoworkers.org) // Blogparade – Richtig blitzen Outdoor [...]