Beim durchsuchen eines Foto-Forums bin ich durch Zufall auf eine kleine Bildserie von Konstantin Escher gestolpert. Diese entstand in der Messe und Buchstadt Leipzig. Dadurch das ich selbst eine Zeit lang in Leipzig gelebt habe, habe ich eine besondere Verbundenheit zu dieser Stadt und sehe Bilder vielleicht aus einem anderen Blickwinkel. Aus der Serie habe ich mir ein Bild ausgesucht, um dieses hier zu besprechen.

Konstantin geht der Fotografie seit etwa 2004 nach, als er versuchte bei seinem USA Aufenthalt alle Eindrücke digital einzufangen. Der Weg führte zu einer Canon 350D die lange sein Wegbegleiter war, welche aber vor kurzem durch die 550D abgelöst wurden. Seine Vorlieben entdeckte er durch die Filmerei mit der DSLR. Er kaufte sich alte M42-Objekte und lernte das Bokeh dieser Optiken zu schätzen. Allerdings achtet er stets darauf sein Motiv nicht von der Umwelt abheben zu lassen, sondern diese mit ins Bild einzubinden. Konstantin ist immer auf der Suche nach andere Enthusiasten der Fotografie die aus dem Raum Leipzig kommen und mit ihm auf Tour gehen wollen – was ich, bei meinem nächsten längeren Leipzig Aufenthalt, auch mal wahrnehmen möchte.

Das Bild, welches ich hier besprechen will, ist in einer Straße von Leipzig entstanden. Typisch für Leipzig sind die “Mini”Kopfsteinpflaster Fußwege – welche mir auch sehr in Erinnerung geblieben sind. Aber auch die grüne Umgebung, in der die Stadt liegt, ist deutlich zu erkennen. Die Parameter der Aufnahme sind wie folgt: Canon EOS 550D; Canon EF 50mm 1,8 II; F1,8; 1/395 Sek.; ISO100.

Was hat mich aber nun gereizt genau dieses Bild zu besprechen bzw. es überhaupt Interessant zu finden? In meinen Augen ganz einfach, es ist fast “Alltäglich” das ein alter Roller am Straßenrand steht und darauf wartet in die Welt gefahren zu werden.  Aber erst die richtige Inszenierung eines solchen Objektes macht es auch für mich oder den Betrachter Interessant. Das Motiv liegt sehr dicht am linken Rand und springt den Betrachter fast an und bettelt darum betrachtet zu werden. Erst beim zweiten oder dritten Blick sieht man den Gehweg, die geparkten Autos oder das genannte Kopfsteinpflaster, sowie die grünen Bereiche von Leipzig. Reicht dies nun aber aus Interessant zu sein? Nicht ganz. Die eingesetzte Blende, welche den Hintergrund unscheinbar aber auch Interessant erscheinen lässt, baut die Spannung auf. Die Vespa ist schön scharf, ein Vespa Liebhaber könnte sich daran womöglich ergötzen, und zeigt dem Betrachter genau worum es dem Fotografen geht.

Es geht um das Moped, am Rand eines “typischen” Gehsteiges. Ist nun das Interesse geweckt, dank der technisches Umsetzung einer Offenblende, kann man sich sehr gut auf das Gesamtbild einlassen. Was mir immer wieder ins Auge fällt, und worüber ich komischerweise schmunzle, ist das Schloss. Was dank der Regenrinne/Rohr gesichert ist an einem Gebäude. Man könnte meinen das Schloss ist dafür da die Vespa zu bändigen, da sie ohne einen Steuermann losfährt und nicht mehr stehen bleibt. Lässt man von der schönen Vespa ab, lassen sich geparkte Autos erkennen, sowie Bäume, Laub oder bewachsener Gehsteig. Wer genau hinsieht kann sogar eine Person mit einem Hund erkennen – was allerdings schon ein wenig Interpretations Fähigkeit und Willen voraussetzt.

Das Bild ist insgesamt in sehr sanfte, zurückhaltende Farben gehalten und wird durch die warmen Farbtöne oder auch Herbsttöne im oberen rechten Teil des Bildes aufgefrischt. Durch diese Umsetzung wirkt die Gestaltung sehr authentisch zu der alten Vespa die eigentlich aus einer ganz anderen Zeitschiene stammt und eher zu einem alten Straßenbild gehört. Aber auch diese Kontroverse, alter Roller in der Neuzeit weckt in mir das Interesse am Bild.

Schön ist auch zu beobachten wie Dominant sich das Kraftrad im Bild präsentiert. Es ist sonst typisch das man ohne einen “Stoppper” aus dem rechten unteren Rand aus dem Bild fällt bzw. das Interesse verliert. Es ist hier aber Konstantin gelungen die Szene so darzustellen, das es die Perspektive zusammen mit dem Roller schafft den Betrachter im Bild zu halten und immer auf die Vespa zu konzentrieren. In meinen Augen macht dies ein gutes Bild aus, wenn der Betrachter das sieht, was auch der Fotograf einen zeigen wollte.

Weitere Bilder von Konstantin können unter seinem Flickr oder deviantArt Account betrachtet werden. Wer sich wiederum auch für seine Videokünste Interessiert sollte seinen Vimeo Account näher ansehen – mir hat am besten sein Video aus Prag gefallen. Vielen Dank hier auch an dieser Stelle an Konstantin das er mir sein Bild zur Verfügung gestellt hat – freu mich schon auf ein Photowalk durch Leipzig ;-) .

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3 Comments to “Bildbesprechung: “LE5″ von Konstantin Escher”

  1. Chris W. sagt:

    Finde das Bild auch gelungen. Schön von der Linienführung und Tonung. Der Roller sieht direkt neugierig in den freien Raum. Gefällt mir gut!

  2. Selbstverständlich ;) die Gegend um Leipzig scheint sehr kreativ zu sein :)

  3. Carsten sagt:

    Noch jemand aus der Leipziger Ecke. Sagt mal Bescheid wenn ihr euren Photowalk macht. :D

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