Zum 35. Mal findet das alljährliche Bardentreffen auf den Straßen und Plätzen der Nürnberger Altstadt statt.
An 3 Tagen finden sich bekannte, weniger bekannte aber talentierte Musikkünstler zusammen, die auf insgesamt 7 Bühnen das Publikum begeistern.
Grund genug auch für die PHOTOWORKERS hier fotografisch mitzuwirken. Konzertfotografie ein spannendes und herausforderndes Genre zugleich.
Man kommt insgesamt sehr nah an die Bühnen und die Künstler heran, vorausgesetzt man begibt sich pünktlich zur jeweiligen Spielstätte und “erkämpft” sich einen guten Platz in den vorderen Reihen.
Auch wenn manch einer mithilfe eines Presseausweises einen kleinen Vorteil sich erarbeiten konnte, so verfügen gerade mal 2-3 Bühnen über eigene Fotogräben. Durchkämpfen von Bühne zu Bühne muss man sich dennoch.
Viel spannender ist aber dann der rein fotografische Teil. Man steht nun vor der Bühne, mit prüfendem Blick versucht man sich ein Bild vom vorhandenen Bühnenlicht zu machen. Man will den auftretenden Künstler bzw. die Band schließlich möglichst stimmungsvoll auf den Fotos verewigen. Stimmung, Atmosphäre das sind dann auch schon 2 Aspekte die es auf den Bildern schaffen müssen, auf den späteren Betrachter überzugehen.
Hier sieht man dann aber auch, wer auf den Bühnen eine echte “Rampensau” ist, die Bühne richtig rockt, oder wem auf den Bühnen dieser Welt noch etwas die Erfahrung fehlt, ein wenig schüchtern mit dem Publikum agiert.
Musiker und Fotografen haben eines gemeinsam: Beide möchten Künstler in Ihrem Schaffen sein, beide setzen Ihre Kunst mit viel Leidenschaft um. Und genau diese Leidenschaft kann man sichtbar machen. Etwa ein Gitarrist der naßgeschwitzt, in spektakulären Posen auf seinem Instrument die Saiten rupft, ein Sänger der mit geschlossenen Augen, geschwollener Halsschlagader seine Stimme dicht am Mikro zum Besten gibt, genau diese Momente gilt es für uns Fotografen zu erwischen und auf den Sensor zu bannen.
Fotografiert man zum ersten Mal ein Konzert, so ist man zugegeben am Anfang doch schnell mal überfordert. Wechselnde Lichtverhältnisse am laufenden Band, mal flinke mal langsame Bewegungen der Musikkünstler, die dicht gedrängten Fotografen um sich selbst herum, letztlich die Zuschauer denen man nicht mehr als nötig vor den Augen herumtanzen möchte, all das stellt zusammen mit dem benötigten Kamerasetup ein gutes Paket für Herausforderungen dar, bevor man überhaupt ein Foto gemacht hat.
Nehme ich nun ein Teleobjektiv, ein Weitwinkel, brauche ich etwas Lichtstarkes oder kann ich mich auf meinen Bildstabilisator verlassen ? Wie belichte ich, verwende ich die klassische Mehrfeldmessung, Spotmessung, wie weit kann ich meine ISO bei schlechten Lichtverhältnissen erhöhen. Fragen die sich sehr schnell in der Konzertfotografie auftun.
Eine Allgemeinantwort gibt es wohl leider nicht, empfehlen kann man nur, ausprobieren, ausprobieren und besonders…ausprobieren.
Als persönliches Setup arbeite ich hierbei gerne mit Spotmessung, da ich auf die Gesichter ganz gezielt messe, ich aktiviere die Auto-ISO Funktion und gebe die Belichtungszeit vor, denn ich wünsche noch halbwegs schnelle Zeiten um auch bei schnelleren Bewegungen noch brauchbare Bilder zu erhalten. ISO und Blende wählt somit dann die Kamera selbständig. Den Fokusmodus lege ich auf AI-Servo (nennt sich zumindest bei Canon so),in diesem Modus habe ich die Möglichkeit bewegte Ziele mit dem Fokus zu “verfolgen” und bei Bedarf sofort auszulösen.
Es gibt sicherlich noch ganz andere Setup-Möglichkeiten, es würde aber wohl den Rahmen dieses Artikels sprengen, auf diese zahlreichen Möglichkeiten einzugehen.
Und selbst wenn ein Bild mal verrauscht, ein wenig unscharf geworden ist, so kann dieses Foto dennoch großartig sein, weil man im richtigen Moment ausgelöst hat und einen fesselnden Augenblick der den Betrachter berührt, einfangen konnte.
Unsere persönlichen Impressionen die wir übers Wochenende auf dem Bardentreffen sammelten, zeigen wir natürlich wie gewohnt in unserer Galerie.
Tags: 2010, Bardentreffen, Bühne, Konzert, Konzertfotografie, Musik, Nürnberg




@Thilo:
Manuelle Einstellung der Belichtung kenne ich eigentlich nur von der Studiofotografie. Dort hat man ja konstante Lichtverhältnisse die gleichbleibende Kameraeinstellungen begünstigen.
Für Konzert allerdings könnte ich mir manuelles justieren gar nicht vorstellen, zu verschieden sind die Lichtverhältnisse innerhalb von Sekunden/Minuten.
Aber solangs funktioniert, warum nicht, es gibt sicherlich mehrere Lösungsansätze
Ich habe Dich heute auch in den Bühnenbereichen gesehen, wir dürften im Moment den selben “Auftraggeber” haben
Viele Grüße
Björn
Hallo Thilo,
manuell ist auch eine gute Möglichkeit. Wobei man bei extrem wechselnden Licht-Situationen mit einer Halbautomatik etwas komfortabler leben kann. Aber wer seine Kamera kennt, kann auch innerhalb von Sekunden die Einstellungen nachjustieren.
Vielleicht sieht man sich Morgen vor den Bühnen
lg
Markus
Interessanter Beitrag. Ich habe Euch gesehen. Ich für mich muss gestehen, dass ich mit der (Halb-)Automatik überhaupt nicht zurecht komme. Daher fotografiere ich komplett manuell. Mache vor Beginn , ggfs. zum jeweiligen Soundcheck, ein paar Testfotos und passe dann anhand der Kontrolle im Historgramm alles manuell an. Damit erziehle ich für mich die besten Ergebnisse, egal ob da mal ein Scheinwerfer oder die Sonne blendet. Meine Bilder sind übrigens direkt auf http://bardentreffen.de zu finden. ;o)
Gruß
Thilo